Netzagentur streicht Bielefelder Stromtrasse

Noch 3.000 Kilometer Neubau geplant

Bielefeld/Berlin (los/rtr). Die Bundesregierung plant für die Energiewende nun doch mit weniger Stromleitungen als zunächst ins Auge gefasst. Vorerst gestrichen ist eine Verbindung aus dem Raum Bielefeld in den Großraum Frankfurt.

Von vier großen Nord-Süd-Trassen blieben im überarbeiteten Netzentwicklungsplan (NEP) damit drei übrig, teilten Bundesnetzagentur und Wirtschaftsministerium mit. Auch einige andere Leitungen wurden zurückgestellt, so dass jetzt noch rund 3.000 Kilometer Neubau geplant werden.

Anzeige

In Ostwestfalen macht sich die Stromwirtschaft offenbar keine Sorgen wegen der Streichung der Bielefelder Stromtrasse. "Wir haben genügend Hochspannungsnetze für den in der Region produzierten Windstrom", sagt Michael Hübbert, Geschäftsführer der Stadtwerke Bielefeld Netz GmbH. Außerdem müsse kein Windstrom aus OWL nach Süddeutschland geleitet werden. "Der Strom, der hier prodiziert wird, findet seine Abnehmer in Nordrhein-Westfalen selbst", so Hübbert.

Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) sprach von einem Meilenstein für den Umbau der Energieversorgung. Bereits jetzt seien die Bürger von der Netzagentur in die Planungen einbezogen worden. In den nächsten Tagen soll zudem eine Akzeptanz-Kampagne mit Kinospots starten. Der Plan basiert auf Szenarien für den Strombedarf in den nächsten zehn Jahren. Mit einer engeren Kooperation zwischen Ländern und Bund sollen zudem die Raumordnungsverfahren gestrafft werden. Darauf müssen sich beide allerdings noch im Detail verständigen.

Geplant sind an neuen Hochspannungsleitungen von Nord nach Süd nun eine ganz im Westen von der Nordseeküste über das Ruhrgebiet ins Rhein-Main-Gebiet, eine aus dem Raum Hamburg bis östlich von Stuttgart sowie eine Trasse von Thüringen nach Bayern. Die neue Leitungen sind nötig, um Windenergie aus dem Norden in die Industriegebiete des Südens und Westens zu transportieren.

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige


realisiert durch evolver group