Bankverein Werther wird übernommen. - © FOTO: MARTIN KRAUSE
Bankverein Werther wird übernommen. | © FOTO: MARTIN KRAUSE

WERTHER Japanischer Riese kauft Bankverein-Werther

NTT Docomo meldet Übernahme von 75 Prozent

Werther. Einer der größten Konzerne der Welt, der japanische Telekommunikationsriese NTT, schluckt den vergleichsweise winzigen Bankverein Werther. Die börsennotierte Privatbank hatte vor zwei Wochen erst den Verkauf des Stammhausgeschäfts (7.000 Privat- und Firmenkunden) an die Volksbank Paderborn gemeldet.

Die Volksbank erwerbe auch die Namensrechte, und der Sitz der Restbank werde nach München verlegt, hatte Vorstandssprecher Danyon Lloyd gesagt. Das Unternehmen wolle sich auf die Bereiche "Cards und Payments" (Zahlungsverkehrsabwicklung, Kartenausgabe, mobiles Bezahlen) und "Strategische Partnerschaften" (unter anderem Factoring-Geschäft) beschränken.

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Ermittlungen

Die Staatsanwaltschaft Bielefeld ermittelt weiter wegen des Verdachts der Beihilfe in einem spektakulären Betrugsfall gegen Verantwortliche des Bankvereins Werther. Über Konten bei der Privatbank sollen Betrüger im Lastschriftverfahren Konten ahnungsloser Kunden anderer Banken geplündert haben.

NTT Docomo, die Mobilfunktochter des NTT-Konzerns, teilte nun gestern mit, über die deutsche Net Mobile AG (an der Docomo 81,5 Prozent hält) eine Kontrollmehrheit am Bankverein Werther zu übernehmen. Mit der Banklizenz und den Kreditkartenlizenzen des Bankvereins könne Net Mobile sein Geschäft deutlich stärken. NTT will insgesamt 28,4 Millionen Euro in Net Mobile investieren.

Börsenwert liegt bei 13,5 Millionen Euro

Der Börsenwert des Bankvereins Werther betrug bei 2,33 Millionen Aktien gestern 13,5 Millionen Euro. Danyon Lloyd sagte, der japanische Konzern habe bereits 75 Prozent der Aktien erworben und wolle die Beteiligung noch aufstocken. NTT habe zudem mehr als 75 Prozent der ausgegebenen Wandelanleihen (wandelbar in fast 1,7 Millionen neue Aktien) erworben.

Ziel sei es, das Geschäft mit mobilem Banking und mobilem Bezahlen auf- und auszubauen. "Das ist ein Riesenschritt für die AG und die Mitarbeiter", sagte Lloyd. Es sei geplant, für ein gutes Dutzend Mitarbeiter, die nicht von der Volksbank Paderborn übernommen wurden, im Raum Bielefeld ein neues Büro zu suchen. Lloyd und Vorstand Christoph Böckle wollen an Bord bleiben.

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