Prothesen mit Muskelkraft

Transferpreis geht an die Uni Paderborn und zwei Kooperationspartner

Transferpreis geht

an Uni Paderborn - © PADERBORN
Transferpreis geht
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Bielefeld. Die Jury brauchte 45 lange Minuten, ehe sie sich für den Gewinner des "Transferpreises OWL 2010" entschieden hatte. "Wir haben vier Finalisten mit hervorragenden Beispielen für die sehr erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Universität, OWL und kleineren und mittleren Unternehmen", sagte Jurysprecher Professor Gunther Olesch, Geschäftsführer der Blomberger Phoenix Contact GmbH & Co., im Saal der IHK Bielefeld.

Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wurde an die Uni Paderborn sowie die Firmen Orthopädietechnik Winkler (Minden) und iXtronics GmbH (Paderborn) vergeben. "Allein in Deutschland erhalten pro Jahr 36.000 Menschen eine Prothese", sagte Olesch. Was in OWL geschaffen sei, sei von großem Nutzen für die ganze Welt. Mit den bisherigen Knie- und Fußprothesen können Patienten keine Hebekraft entwickeln und nur langsamer laufen.

Marco Platzner, Professor für Informatik an der Uni Paderborn, entwickelte in Zusammenarbeit mit iXtronics (Paderborn), der Orthopädietechnik Winkler (Minden) und dem Institut für Adaptronik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt im Rahmen zweier geförderter Projekte neuartige adaptive Prothesenschäfte und -gelenke, die Muskelkraft ersetzen. Die Uni entwarf eine intuitive, auf der Muskelaktivität des Patienten basierende Prothesensteuerung.

Martin Hahn, Geschäftsführer von iXtronics, Michael Winkler, Chef der Orthopädietechnik Winkler, Professor Marco Platzner von der Uni Paderborn und Jurysprecher Professor Gunther Olesch, der die Urkunde und den gläsernen Kubus überreichte (v.li.). - © FOTO: ANDREAS FRÜCHT
Martin Hahn, Geschäftsführer von iXtronics, Michael Winkler, Chef der Orthopädietechnik Winkler, Professor Marco Platzner von der Uni Paderborn und Jurysprecher Professor Gunther Olesch, der die Urkunde und den gläsernen Kubus überreichte (v.li.). | © FOTO: ANDREAS FRÜCHT

Olesch betonte, auch die drei übrigen Finalisten, die von 35 Bewerbern in die Endrunde kamen, hätten sehr gute Arbeit geleistet:
Kanalreinigungsfahrzeug: So entwickelte die Müller Umwelttechnik GmbH & Co. KG in Schieder-Schwalenberg ein neuartiges Kanalreinigungsfahrzeug, das eine größere Arbeitskapazität bietet, aber weniger Energie verbraucht - dank Gewichtsoptimierung. Dabei ging es um die Aspekte: "Gewicht-Kolben-Design". Dazu wurden diverse Aufbaukomponenten, darunter ein Entleerungskolben, entwickelt, die Wasseraufbereitung optimiert und eine energiesparende Steuerung einsetzt.
Tiger-Chip: Das Institut Industrial IT der Hochschule OWL und das Fraunhofer IOSB-INA entwickelten in Lemgo einen neuen Chip für eine schnellere Automatisierungstechnik. Derzeit wird in der Industrie das Feldbussystem Profibus für die Vernetzung in Maschinen und Anlagen eingesetzt. Der nächste technologische Meilenstein ist das Ethernet-basierte System von Profinet. Eine Schlüsselkomponente dieses künftigen Systems für den Maschinenbau ist der Tiger-Chip. Mehrere Millionen Euro flossen in das Projekt, an dem sich ein japanischer Halbleiterhersteller beteiligte.
Effizientes Cloud System: Die Uni Paderborn und das Center for Parallel Computing entwickelten das "Resource Efficient Cloud System", das die Energieeffizienz erhöht. Das Clustersystem für das "High Performance Computing" und das "High Troughput Computing" hat eine hohe Rechenleistung, wenig Energiebedarf, niedrige Kosten und wenig Raumbedarf.

Ausgelobt wird der Preis von den IHKs in OWL, der Handwerkskammer, der Initiative für Beschäftigung und der Stiftung Standortsicherung Lippe.

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