Vater und Sohn: Maximilian (l.) und Clemens Tönnies sitzen erstmals bei der Bilanzvorlage gemeinsam auf dem Podium. Maximilian Tönnies zeichnet verantwortlich für das Tönnies-Schwesterunternehmen "Zur-Mühlen-Gruppe". - © Natalie Gottwald
Vater und Sohn: Maximilian (l.) und Clemens Tönnies sitzen erstmals bei der Bilanzvorlage gemeinsam auf dem Podium. Maximilian Tönnies zeichnet verantwortlich für das Tönnies-Schwesterunternehmen "Zur-Mühlen-Gruppe". | © Natalie Gottwald

Rheda-Wiedenbrück Tönnies will mehr Schweine am Standort Rheda-Wiedenbrück schlachten

Die neue Chefetage um Clemens Tönnies sitzt erstmals zur Bilanzvorlage am Tisch. Dem Konzern geht es gut. Auch die Aussichten sind positiv

Natalie Gottwald

Rheda-Wiedenbrück. Es ist Ruhe eingekehrt. Das zumindest strahlte die oberste Konzernebene der Tönnies-Unternehmensgruppe beim Bilanz-Pressegespräch aus. Erstmals saßen neben Chef Clemens Tönnies auch dessen Sohn Maximilian und Manager Andres Ruff, der den Co-Vorsitz Ende vergangenen Jahres nach den Streitigkeiten um die Konzernspitze von Robert Tönnies übernommen hat, am Tisch. "Wir sind in einem schwierigen Umfeld gewachsen", resümierte Clemens Tönnies das vergangene Jahr. Trotz steigendem Preisdruck und zunehmendem Wettbewerb konnte Tönnies die Schlachtungs- und Zerlegungszahlen von Schweinen und Rindern 2017 wieder steigern. Der Umsatz stieg auf 6,9 Milliarden Euro - das sind rund 8,6 Prozent mehr als 2016. Für den Standort Rheda werde sich vor allem die mittelfristige Verlagerung der Rinderschlachtung und -zerlegung an den Standort Badbergen im Landkreis Osnabrück auswirken, sagte Clemens Tönnies. Während Rheda der Nummer-eins-Standort für Schweine sei, solle Badbergen der Nummer-eins-Standort für Rinder werden. Freiwerdende Kapazitäten sollen in Rheda zur Schweineschlachtung genutzt werden "Die Kapazitäten, die dann hier in Rheda durch die Verlagerung der Rinderschlachtung und -zerlegung wieder frei werden, können wir für die Sparte Schwein nutzen." Die umstrittene angekündigte Kapazitätserweiterung für die Schweineschlachtung im Hauptwerk in Rheda von 3.000 auf 3.500 Tonnen pro Tag könne mit dem frei werdenden Platz durch die Verlagerung der Rinder gut umgesetzt werden. "Das Gewährungsverfahren für unsere Kapazitätserweiterung läuft. Wir gehen aber davon aus, dass wir die Genehmigung bekommen, denn es gibt einfach keinen Grund, sie uns zu verwehren", sagte Clemens Tönnies auf Nachfrage. Etwas verwundert sei man schon, dass ein solches Genehmigungsverfahren so lange dauere. "Aber wir haben ja früh genug angefangen." Ebenfalls umstritten - auch vor Ort in Rheda-Wiedenbrück - ist die hohe Zahl der Beschäftigten mit so genannten Werkverträgen, die nach Aussagen der Konzernspitze am Standort aktuell bei 50 Prozent liege. "Wir sind auch über dieses Thema in ständigen Gesprächen mit der Kommune und werden es weiter bearbeiten", so Tönnies. Generell setze der Fleischkonzern auf Dialog und stelle Themen wie Tierschutz und Nachhaltigkeit bewusst in den Vordergrund. Online-Plattform zu Jahresbeginn gestartet Dazu sei erst zu Jahresbeginn die Online-Plattform www.toennies-tierschutz.de gestartet, auf der das Unternehmen den Dialog mit Stakeholdern und der Öffentlichkeit zu relevanten Themen rund um seine Geschäftstätigkeit führt. Neben den Klassikern Fleisch, Wurst, Convenience und Sausages hat eine neue Produktsparte Einzug in den Tönnies-Konzern gehalten: Pet-Food. Seit Anfang 2018 gibt es Futter und Snacks für Hunde und Katzen mit besonders hohem Fleischanteil. Erste Umsatzzahlen für diese Produkte, die Tönnies in Meppen produziert und die vor allem dem Grundgedanken der Veredelung der Rohstoffe im Rahmen der Wertschöpfung entsprechen, liegen laut Clemens Tönnies noch nicht vor. "In diesem Bereich werden wohl vor allem die Hunde und Katzen entscheiden", sagte er schmunzelnd.

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