Wirbt fürs Handwerk: Julian Hackbarth absolviert eine Lehre zum Anlagenmechaniker. - © Foto: Oliver Krato
Wirbt fürs Handwerk: Julian Hackbarth absolviert eine Lehre zum Anlagenmechaniker. | © Foto: Oliver Krato

OWL Den Beruf näher bringen: Julian Hackbarth ist Ausbildungsbotschafter

Hackbarth ist Auszubildender als Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik

Tessa Rinkes

Bielefeld. Julian Hackbarth ist Auszubildender als Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik bei ITS Stückemann. Im vergangenen Sommer stand er – wie viele – vor der Frage, welchen Beruf er später ausüben möchte. Entschieden hat er sich für die handwerkliche Ausbildung, weil ihm nach der Ausbildung sehr viele Möglichkeiten offen stünden, meint Hackbarth. Ein vertiefendes Studium oder den Meisterbrief sind nur zwei davon. Vorurteile, dass es ein schlecht bezahlter Knochenjob ist, möchte er widerlegen. Deshalb ist er einer der Ausbildungsbotschafter der Handelskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld. Er bringt Schülern seinen Beruf anschaulich näher. „Viele Schüler wissen gar nicht, wie der Alltag in Berufen aussieht", erklärt Tuba Hastaoglu von der Handelskammer. Dies sollen sogenannte Ausbildungsbotschafter ändern. Sie besuchen Schulklassen der Jahrgänge acht bis zehn und berichten über ihren Job. Alle Botschafter sind junge Auszubildende. „Sie sprechen die gleiche Sprache", erklärt Hastaoglu, „so entsteht ein Gespräch auf Augenhöhe". Zudem können die jungen Botschafter auch von ihren Erfahrungen aus der Bewerbungsphase und von der bisherigen Ausbildung erzählen. Probleme und Nachteile sollen die Botschafter nicht verschweigen, denn es soll ein realistisches Bild des Berufes entstehen. „Dass manche Auszubildende erst über 20 Absagen bekommen haben, gehört dazu", erklärt Hastaoglu, die die Initiative der Handelskammer organisiert. Derzeit gibt es 63 Botschafter aus den verschiedenen Handwerksberufen in OWL. Bei ihr können sich auch Schulen bewerben, genauso wie Auszubildende, die Botschafter werden wollen. Aufregung vor dem ersten Besuch in einer Schule Einer dieser Botschafter ist Julian Hackbarth aus Friedrichsdorf. Der 20-Jährige ist seit Februar in Schulen aktiv und erinnert sich an seinen ersten Besuch in der Bosseschule in Bielefeld. „Ich war nervös, da ich nicht wusste, wie die Schüler reagieren", sagt Hackbarth. Anschaulich erzählte er von seinem Werdegang und den Eindrücken des Berufsalltags. Zum Ausprobieren hatte er eine Presse mitgebracht. „Mit der Presse konnte ein Schüler ausprobieren, zwei Kupferrohre zusammenzufügen." Hackbarth lacht, weil der Schüler über die Lautstärke der mechanischen Presse erschrak. Auch eine Präsentation bereitete er vor: „Das duale System und die Möglichkeiten durch die Ausbildung stehen im Vordergrund." Die Möglichkeiten, die eine abgeschlossene Ausbildung bietet, waren für Hackbarth ein Grund, eine Lehre zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik zu beginnen. Der Abiturient überlegte erst, zu studieren oder zur Polizei zu gehen, entschied sich aber für die Ausbildung – vielleicht auch, weil sein Vater einen eigenen Heizungs- und Sanitärbetrieb hat. „Anschließend kann ich immer noch ein vertiefendes Studium absolvieren", meint er – so ein Studium könne jeder nach der Ausbildung machen. Was Hackbarth später machen möchte, weiß er noch nicht. „Ich schaue mir alle Möglichkeiten an." Den Meisterbrief wolle er aber schon machen. Die Firma Stückemann ITS aus Bielefeld unterstützt Hackbarth. „Julian hat sich gut vorbereitet und ist sehr interessiert bei der Arbeit", sagt Dagmar Stückemann, die für die acht Auszubildenden verantwortlich ist. Daher würde er von den Facharbeitern bereits angesehen werden. Auch bei seiner Botschafteraufgabe stellt ihn der Familienbetrieb in der dritten Generation frei. „Es ist schön, dass er den Beruf und die Firma repräsentiert", erklärt Stückemann. Denn auch der Betrieb spürt den Mangel an guten Bewerbern. Koordinatorin Hastaoglu unterstreicht den Erfolg der Initiative, die seit zwei Jahren läuft: „Wir konnten bereits Praktikumsplätze und Ausbildungsplätze vermitteln."

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