Ein Sortiment von Sex-Spielzeugen zum Filmstart von "Fifty Shades of Grey". Ein Bielefelder Gründer plant ein Gütesiegel für Erotikartikel - Symbolbild. - © picture alliance / dpa
Ein Sortiment von Sex-Spielzeugen zum Filmstart von "Fifty Shades of Grey". Ein Bielefelder Gründer plant ein Gütesiegel für Erotikartikel - Symbolbild. | © picture alliance / dpa

Bielefeld Bielefelder Gründer: "Wir könnten das erste Gütesiegel für Erotikartikel entwickeln"

Bielefeld. Der Chemiker Jens Linke will ein Analytiklabor aufbauen, das sich auf die chemische Untersuchung von Liebesspielzeugen spezialisiert. Das Innovationslabor OWL fördert das Gründungsteam an der Universität Bielefeld für ein Jahr. Herr Linke, Erotikartikel im Chemielabor – das klingt erst einmal nach einer ungewöhnlichen Kombination. Jens Linke: Ist es aber nicht. Schauen wir uns andere Spielzeuge an, etwa Kinderspielzeuge: Ihre chemische Zusammensetzung wird regelmäßig geprüft. Es gibt eine entsprechende DIN-Norm. Bei Erotikartikeln, die oft im Kontakt mit Schleimhäuten sind, gibt es so etwas bisher nicht. Wir werden die Artikel auf gefährliche Schwermetalle und krebserregende Weichmacher überprüfen. Unser fernes Ziel ist es, ein entsprechendes Gütesiegel zu entwickeln. Damit wären wir die Ersten und könnten Verbrauchern in Zukunft besser helfen. Das sind ambitionierte Pläne, auf die man erst mal kommen muss. Linke: Schon während meiner Dissertation an der Universität Bielefeld musste ich eigenständiges Wissen erarbeiten. Damals habe ich wertvolle Einblicke in verschiedene Arbeitsbereiche und aus anderen Disziplinen erhalten. Umso besser finde ich es nun, für die Gründung mit einer weiteren Absolventin und einem weiteren Absolventen der Universität Bielefeld interdisziplinär zusammenzuarbeiten. Ich gründe gemeinsam mit zwei Wissenschaftlern aus der Biochemie und der Wirtschaftswissenschaft. Sie wurden für ihre Gründungsidee für eine Förderung des Innovationslabors OWL ausgewählt. Was bedeutet das konkret? Linke: Wir erhalten ein zwölfmonatiges Coaching in verschiedenen Bereichen. So konnten wir gerade mithilfe eines Rechtsanwalts klären, welche Geschäftsform für uns am besten ist. An anderer Stelle geht es um unsere Stärken und Schwächen: Wer kann eigentlich was im Team und was nicht? Diese Förderung ist für uns wie ein gebündeltes Training. Es hilft uns dabei, unsere Gründung bestmöglich voranzutreiben.

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