Denken über die Digitalisierung des Handels nach: v. l. Thomas Kunz (Geschäftsführer Handelsverband OWL),
Daniel Beverungen (Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik an der Uni Paderborn), Ferdinand Klingenthal (Vorsitzender Handelsverband OWL), Johannes Beverungen (Handelsverband OWL/Paderborn) im Heinz-Nixdorf-Forum. - © Hans-Hermann Igges
Denken über die Digitalisierung des Handels nach: v. l. Thomas Kunz (Geschäftsführer Handelsverband OWL),
Daniel Beverungen (Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik an der Uni Paderborn), Ferdinand Klingenthal (Vorsitzender Handelsverband OWL), Johannes Beverungen (Handelsverband OWL/Paderborn) im Heinz-Nixdorf-Forum. | © Hans-Hermann Igges

Paderborn Uni Paderborn erforscht innovative Ansätze für lebenswerte Innenstädte

Empfang des Handelsverbandes OWL: Daniel Beverungen von der Universität Paderborn erforscht Möglichkeiten für den Aufbau lokaler Internet-Plattformen. Einzelhändler sollen damit auf die Herausforderungen der Digitalisierung reagieren

Martin Krause

Paderborn. Ein Forschungsprojekt der Uni Paderborn hat beim Neujahrsempfang des Handelsverbandes OWL für Gesprächsstoff gesorgt. Daniel Beverungen, Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik in Paderborn, untersucht mit Partnern aus anderen Städten derzeit die Frage, „wie innovative Handelsdienstleistungen zu lebenswerten Innenstädten beitragen können“. Eine Idee des vom Bundesforschungsministerium geförderten Projektes unter dem Titel „Smart Market Square“ (etwa: Intelligenter Marktplatz) ist es, gemeinsame Internetplattformen für den lokalen stationären Handel aufzubauen. Es gehe darum, ein innenstädtisches Gesamtangebot zu formen, so Beverungen – ein Bündnis, durch das auch kleinere Händler verbesserte Chancen beim Onlineauftritt bekommen sollen. Den Nutzern sollen interaktive Kommunikationsmöglichkeiten, Informationen (etwa über Events) und neue Dienstleistungen angeboten werden. Kontakt zum Kunden soll auch durch den Einsatz innovativer Technik wie Beacons (kleine Sender in Ladennähe) aufgenommen werden. Modellstädte sind neben Paderborn auch Münster, Duisburg und Aachen, so Beverungen. Abwärtsspirale in Innenstädten droht Probleme hätten durch den Vormarsch des Onlinehandels neben den Geschäften auch die Innenstädte sowie alle Käufer, die gerne in Läden gehen: Denn das stationäre Angebot drohe immer schlechter zu werden. Eine Abwärtsspirale sei im Ruhrgebiet schon in vielen Städten zu erkennen, so Beverungen. Leider sei der „Reifegrad der Digitalisierung“ im stationären Handel noch nicht hoch genug für manche denkbare Gegenreaktion, etwa weil Geschäfte – wegen der hohen Kosten – noch keine Warenwirtschaftssysteme hätten oder es an Beschreibungen der verfügbaren Artikel mangele. Vor gut 150 Gästen im Heinz-Nixdorf-Museumsforum nahm auch Ferdinand Klingenthal, der Vorsitzende des Handelsverbandes OWL, in seiner Rede Bezug auf die Konkurrenz zwischen stationärem Handel und Onlinehandel. Angesichts „epochaler Veränderungen“ durch die Digitalisierung seien Geschäfte dazu gezwungen, ihre Läden zu öffnen, „wenn die Menschen Freizeit haben“. Klingenthal erneuerte seine Unterstützung für die Ladenöffnung an vier bis acht Sonntagen im Jahr.

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