Gleiche Bezahlung für Frauen und Männer ist in Island ab sofort Pflicht. - © picture alliance / empics
Gleiche Bezahlung für Frauen und Männer ist in Island ab sofort Pflicht. | © picture alliance / empics

Gender In Island müssen Frauen und Männer seit Jahresbeginn das Gleiche verdienen

Laut Gesetz drohen den Unternehmen bei Verstößen Strafen

Benedikt Schülter

Reykjavík. Es ist ein Thema, über das in vielen Ländern schon seit Jahren diskutiert wird: Lohngerechtigkeit zwischen Männern und Frauen. Nun hat Island als erstes Land Fakten geschaffen. Seit dem 1. Januar gilt dort ein Gesetz, das Unternehmen ab 25 Mitarbeitern verbietet, ihre Angestellten aufgrund ihres Geschlechtes unterschiedlich zu bezahlen. Das müssen diese sogar nachweisen. Bei Verstößen drohen Geldstrafen. Auf seine Vorreiterrolle in Gender-Fragen ist das Land mächtig stolz, wie dieser Tweet des isländischen Außenministeriums zeigt: In #Iceland the new year brings #EqualPay & more #GenderEquality Closing the #GenderPayGap#HappyNewYear2018https://t.co/tpS12ZmFmm — MFA Iceland 🇮🇸 (@MFAIceland) 2. Januar 2018 Am 8.März im vergangenen Jahr – am internationalen Frauentag – hatte die isländische Regierung die Abschaffung der Lohndiskriminierung bekanntgegeben. Gegenüber dem arabischen Nachrichtensender Al Jazeera sagte die Vorsitzende des einflussreichen isländischen Frauenbundes Dagny Osk Aradottir Pind: „Wir hatten jahrzehntelang Gesetze, die dazu beitragen sollten, dass Männer und Frauen gleich bezahlt werden. Trotzdem haben wir immer noch einen Lohnunterschied." Das neue Gesetz solle das nun zügig ändern. Beim Thema Lohngleichheit ist das kleine nordische Land ganz weit vorne mit dabei. Laut dem Weltwirtschaftsforum ist es seit neun Jahren, auch ohne das Gesetz, das Land mit der weltweit höchsten Gender-Gerechtigkeit. Frauen verdienten dort bisher trotzdem noch immer etwa 17 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. In Deutschland liegt die geschlechtsbedingte Lohnlücke bei etwa 21 Prozent. Hierzulande erhalten Beschäftigte seit dem 1.Januar einen individuellen Auskunftsanspruch. In Betrieben mit mehr als 200 Beschäftigten können Arbeitnehmer künftig Informationen darüber einfordern, wie ihre Kollegen für eine gleichartige Tätigkeit bezahlt werden. Benachteiligungen sollen so leichter erkannt und behoben werden.

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