Nicht abgekochte Rohmilch ist offenbar Ursache für mehr Lebensmittelvergiftungen in Deutschland. - © picture alliance / Rolf Vennenbernd/dpa
Nicht abgekochte Rohmilch ist offenbar Ursache für mehr Lebensmittelvergiftungen in Deutschland. | © picture alliance / Rolf Vennenbernd/dpa

Mehr Menschen erleiden eine Lebensmittelvergiftung

Düsseldorf (epd). Mehr Menschen haben in Deutschland im Jahr 2016 eine Lebensmittelvergiftung erlitten. Insgesamt erkrankten rund 2.500 Menschen, vier von ihnen starben, wie ein aktueller Bericht des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit und des Robert-Koch-Instituts berichtet. In 256 Fällen mussten die Betroffenen demnach in einer Klinik behandelt werden. Im Jahr 2015 gab es rund 440 Erkrankungen weniger und keine Todesfälle. Für 2017 liege demnach noch keine Zahlen vor. Zudem meldeten Verbraucher dem Bericht zufolge häufiger vergiftete Lebensmittel bei den Behörden. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit verzeichnete einen Anstieg der Mitteilungen um 62 Prozent. Ursache wohl Verzehr von Rohmilch Als Grund für den Anstieg der Lebensmittelvergiftungen vermuten die Einrichtungen dem Bericht zufolge den zunehmenden Verzehr von nicht abgekochter Rohmilch. Immer mehr Bauern böten Rohmilch an Milchtankstellen an, hieß es. Zwar wiesen sie darauf hin, dass die Milch erhitzt werden müsse, viele Verbraucher übersähen dies aber. Ursache für die Vergiftungen sind dem Bericht zufolge meist drei Erreger: Mehr als der Hälfte der Ausbrüche (52 Prozent) werden durch Campylobacter-Keime ausgelöst, die sich neben nicht abgekochter Rohmilch zum Beispiel auch auf unbehandeltem Hähnchenfleisch befinden. In knapp einem Viertel der Ausbrüche (23 Prozent) waren Salmonellen die Auslöser, in neun Prozent der Norovirus.

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