Präsentation: Joachim Enax, der bei Dr. Wolff die Forschung im Bereich Zahnpflege leitet, stellte die Marke Karex 2017 bei der Fachmesse IDS in Köln vor. - © Sarah Jonek
Präsentation: Joachim Enax, der bei Dr. Wolff die Forschung im Bereich Zahnpflege leitet, stellte die Marke Karex 2017 bei der Fachmesse IDS in Köln vor. | © Sarah Jonek

Bielefeld Ohne Fluorid: Dr. Wolff bringt neue Zahnpastamarke "Karex" auf den Markt

Die neue Marke verspricht Schutz vor Karies ohne Fluorid. 2017 steigerte die Dr.-Wolff-Gruppe den Gesamtumsatz um mehr als fünf Prozent

Martin Krause

Bielefeld. Zähneputzen geht auch ohne Fluoridzusätze: Auf diese Erkenntnis setzt die Bielefelder Dr.-Wolff-Gruppe mit ihrer neuen Zahnpasta-Marke Karex. Die 2017 vorgestellte Produktlinie, zu der auch eine Mundspülung zur Karies-Prophylaxe gehört, soll dazu beitragen, den Umsatz des Kosmetik- und Arzneimittelherstellers im Jahr 2018 erstmals über die Marke von 300 Millionen Euro zu heben. 2017 sei der Umsatz um gut 5,1 Prozent auf 293 (Vorjahr: 278,8) Millionen Euro gestiegen, meldete die Gruppe, zu der der Arzneimittelhersteller Dr. August Wolff (Linola, Vagisan) und der Kosmetikanbieter Dr. Kurt Wolff (Alpecin, Alcina, Plantur) gehören. Sonnenschutzmittel für die Kopfhaut Eduard R. Dörrenberg, geschäftsführender Gesellschafter und Marketing-Chef des Unternehmens, zeigte sich mit der Entwicklung und vor allem mit dem starken vierten Quartal grundsätzlich „zufrieden". Ursprünglich habe er sich zwar „noch etwas mehr Dynamik erhofft", die erfolgversprechenden jüngsten Innovationen hätten aber erst mit leichten Verspätungen auf den Markt gebracht werden können. Zu diesen Neuheiten gehört ein Alpecin-Sonnenschutzmittel speziell für die Kopfhaut, das Menschen angeboten wird, die bisher oft eine Kappe oder Mütze zum Schutz der empfindlichen Partien tragen müssen. Seit November 2017 neu im Programm sind auch die Farbschampoos der Marke Plantur: Damit können die Haaransätze beim Waschen der Haare nebenbei nachgetönt werden, und zwar „effektiver als mit vorhandenen Konkurrenzprodukten", ist Dörrenberg überzeugt. "Neun Jahre intensive Forschung" Mit der Zahnpflegemarke Karex zeigt der Bielefelder Mittelständler den marktbeherrschenden Großkonzernen erneut die Zähne: Schon die 2009 eingeführte Zahnpasta Biorepair, die mit kleinsten Partikeln beim Neuaufbau des Zahnschmelzes helfen soll, kommt ohne Fluorid aus. Ein Übermaß an Fluor, das auch in Salz oder Trinkwasser enthalten sein kann, könne zu Verfärbungen der Zähne oder Störungen der Zahnschmelzbildung führen, argumentieren die Bielefelder. Zudem würden die Fluoride nicht abgebaut, sondern lagerten sich im Körper an. Die Dr.-Wolff-Gruppe biete Alternativen: „Nach neun Jahren intensiver Forschung (...) zur Wirkung des Inhaltsstoffes Hydroxylapatit (...) konnten deutsche Wissenschaftler nun beweisen, dass man mit der neuen Karex-Zahnpflege auf die umstrittene Chemikalie Fluorid verzichten kann", verweisen die Bielefelder auf entsprechende Untersuchungen. Neuheiten haben "gut eingeschlagen" Für 2018 zeigt sich Dörrenberg sehr zuversichtlich: Die gezeigten Neuheiten hätten am Markt bereits „gut eingeschlagen". Der Oral-Care-Bereich mit der neuen Marke Karex soll Zuwächse bringen, aber auch die Kosmetikmarke Alcina habe sich dank erfolgreicher Innovationen zuletzt gut entwickelt und zähle zu den Hoffnungsträgern. Allerdings seien die wichtigsten Produkte weiterhin die Haarpflege-Linien der Marken Alpecin und Plantur 39. Die Koffein-Schampoos seien medikamentösen Therapien ebenbürtig und gehören seit Jahren zu den Wachstumsbringern der Wolff-Gruppe.

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