Börsenparkett: Für die Mehrzahl der OWL-Unternehmen war das Börsenparkett im vergangenen Jahr ein gutes Pflaster. - © imago/Hannelore Förster
Börsenparkett: Für die Mehrzahl der OWL-Unternehmen war das Börsenparkett im vergangenen Jahr ein gutes Pflaster. | © imago/Hannelore Förster

Börse Das Aktienjahr in OWL: Mode-Aktien unter Druck

Die Gerry Weber International AG und die Ahlers AG haben deutlich an Wert verloren. Die Autozulieferer Paragon AG und Hella KGaA Hueck & Co gehören zu den Gewinnern des Jahres

Stefan Schelp

Bielefeld. Licht und Schatten bei den börsennotierten Unternehmen aus OWL. Hella, Paragon und die Bitcoin SE legten im vergangenen Jahr beim Börsenkurs kräftig zu. Modeaktien gerieten dagegen mächtig unter Druck. Gerry Weber International AG: Im Juni und im November sackte der Kurs kräftig durch. Grund war jeweils der Abgang eines Vorstands. Zunächst verabschiedete sich im Juni Hallhuber-Chef Norbert Steinke, im November ging Finanzchef David Frink. Zuletzt erholte sich der Kurs leicht, den Abstieg aus dem S-Dax konnte das Unternehmen knapp abwenden. Übers Jahr verlor die Aktie rund 15 Prozent und notiert derzeit bei knapp 9,30 Euro. Ahlers AG: Nicht besser ging es dem Herforder Spezialisten für Herrenmoden, der Ahlers AG. Deren Kurs gab ebenfalls um rund 15 Prozent nach, die Herforder lagen zuletzt bei rund 5,80 Euro. Allerdings gab es bei der Ahlers AG deutlich weniger Störfeuer als bei Gerry Weber. Voltabox AG: Ebenfalls ins Minus gerutscht ist der Spezialist für Elektro-Batterien, Voltabox AG, eine Tochter des Automobilzulieferers Paragon AG. Um gut 28 Prozent gab die Aktie nach. Allerdings ist dieser Wert noch nicht sehr aussagekräftig, da Voltabox erst im Oktober an die Börse gegangen ist. Paragon AG: Um so besser schlug sich die Voltabox-Mutter Paragon. Der Kurs stieg um gut 90 Prozent auf rund 78,50 Euro und wurde durch gute Geschäftszahlen fortwährend befeuert. Aumann AG: Der zweite Börsenneuling, der Maschinenbauer Aumann aus dem Münsterland mit einer Niederlassung in Espelkamp, wagte im März den Schritt an die Börse. Der Einstiegskurs lag bei gut 50 Euro, im Oktober setzte die Aktie zum Höhenflug an, inzwischen notiert die Aumann AG bei gut 63 Euro. Hella GmbH & Co. KGaA: Die Lippstädter sind auch noch recht frisch an der Börse. Sie machten im zurückliegenden Jahr rund 47 Prozent gut und kletterten auf rund 51,70 Euro. Davon profitierten nicht zuletzt die Eigentümer-Familien, die in mehreren Schritten größere Aktienpakete zu Geld machten. Dürkopp Adler AG: Gut gelaufen ist das Jahr für die Dürkopp Adler AG. Der Kurs des Bielefelder Herstellers von Industrie-Nähmaschinen stieg um rund 38 Prozent auf 42,50 Euro. Im September hatte der chinesische Mehrheitseigentümer Shanggong angekündigt, per Squeeze-Out die restlichen Anteilseigner hinauszudrängen. Danach dürfte der Abgang von der Börse folgen. Symrise AG: Ein gutes Jahr legte der Duftstoff-Hersteller aus Holzminden hin. Der Kurs stieg um 22,8 Prozent auf knapp 71 Euro. DMG Mori AG: Der japanisch-deutsche Maschinenbauer DMG Mori schlug sich mit einem Plus von rund 6,3 Prozent auf 45,65 Prozent recht ordentlich. Diebold Nixdorf AG: Für den amerikanischen Mutterkonzern lief es nach der Fusion mit den Paderbornern nicht so gut wie erhofft, zuletzt musste Konzernchef Andy Mattes gehen. Vor diesem Hintergrund ist ein Plus von 11 Prozent auf 72 Euro durchaus bemerkenswert. Delignit AG: Der lippische Holz-Spezialist Delignit kletterte kräftig an der Börse. Der Kurs stieg auf 6,30 Euro, was ein Plus von 40 Prozent bedeutet. WestagGetalit AG: Auch der Bauzulieferer Westag Getalit aus Rheda-Wiedenbrück schlug sich mit einem Plus von acht Prozent beachtlich. Bitcoin SE ist der große Gewinner Um unglaubliche 935 Prozent legte der Aktienkurs der Bitcoin SE des Herforder Unternehmers Oliver Flaskämper zu. Die Bitcoin-Handelsplattform hatte sich schon in der Vergangenheit prächtig entwickelt, in den vergangenen Monaten profitierte das Herforder Unternehmen zudem stark vom Boom der Kryptowährungen. Der Kurs des Unternehmens explodierte geradezu von etwa 6,30 Euro auf 62,80 Euro.

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