Starten durch: Anna-Luisa Korte und Alexander Rüsing sind die Köpfe der Start-up-Region OWL. Beim Kickern entwickeln sie Ideen und laden zum Austausch ein. - © Oliver Krato
Starten durch: Anna-Luisa Korte und Alexander Rüsing sind die Köpfe der Start-up-Region OWL. Beim Kickern entwickeln sie Ideen und laden zum Austausch ein. | © Oliver Krato

Bielefeld Bielefelder bauen Netzwerk für die Gründerszene in OWL auf

Förderung: Anna-Luise Korte und Alexander Rüsing bauen die „Start-up-Region OWL“ auf. Ihr Ziel: Die Szene besser vernetzen und bundesweit bekannt machen.

Carolin Nieder-Entgelmeier

Bielefeld. In Ostwestfalen-Lippe hat sich eine Gründerszene etabliert. Der Erfolg der Founders Foundation und dem Pioneers Club in Bielefeld, dem Denkwerk in Herford, der Garage 33 in Paderborn und anderen Ausbildungscamps für die nächste Unternehmergeneration zeigen, dass Ostwestfalen-Lippe für Gründer immer attraktiver wird. Sichtbar ist die Gründerszene außerhalb der regionalen Grenzen allerdings nicht. Anna-Luise Korte (26) und Alexander Rüsing (26) wollen das ändern und bauen das Netzwerk „Start-up-Region OWL" auf. Ein Blick in den „Start-up-Monitor 2017" der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG zeigt, dass ländliche Räume wie Ostwestfalen-Lippe trotz etablierter Gründerszenen nicht als Hotspots für Existenzgründer gelten, sondern unverändert die Ballungszentren Berlin, München, Hamburg und das Rheinland. Um die Region bekannter zu machen, hat die Founders Foundation das Netzwerk „Start-up-Region OWL" initiiert und dafür im Wettbewerb „Digitale Wirtschaft NRW-Networks" Fördermittel von der Landesregierung eingeholt. Anna-Luise Korte und Alexander Rüsing setzen die hochgesteckten Ziele um. „Unser Ziel ist die Schaffung eines Ökosystems für Start-ups in OWL", sagt Rüsing. „Das Potenzial ist da. Es gibt bereits viele Ausbildungscamps, Initiativen und andere Unterstützungsangebote für Start-ups in der Region, doch die beschränken sich meist auf Standorte wie Bielefeld, Paderborn, Herford und Lemgo, deshalb ist die Vernetzung nicht optimal", erklärt Korte. „Dabei könnte die Infrastruktur für Gründer in OWL durch Synergien verbessert werden." "Gründer haben oft ähnliche Probleme" Profitieren könnten Gründer von einer verbesserten Vernetzung gleich in mehrfacher Hinsicht, sagen die beiden Netzwerker. „Zum Einen haben viele Gründer ähnliche Probleme, weshalb es hilfreich ist, Hilfe von Experten, Unternehmern oder anderen Start-ups zu organisatorischen, bürokratischen und finanziellen Fragen auszutauschen", sagt Korte. „Zum Anderen sorgt ein größerer Bekanntheitsgrad der Gründerszene in OWL dafür, dass Finanziers auf gute Geschäftsideen und Fachkräfte auf Stellen in der Region aufmerksam werden." Deshalb informieren Korte und Rüsing nicht nur von ihren Aufgaben, sondern vor allem von den vielen Angeboten in Ostwestfalen-Lippe. „Wir sind mobil, weil wir uns nicht auf die Standorte Bielefeld und Paderborn beschränken, um den Austausch zwischen Gründern, Unternehmen und Experten zu verbessern", erklärt Rüsing. Auf ihrer Homepage www.startupregionowl.de und in diversen sozialen Netzwerken informieren die Beiden über Entwicklungen in der Szene, stellen Start-ups und Gründer vor, die User hinter die Kulissen blicken lassen, und Events, die einen weiteren wichtigen Teil ihrer Arbeit ausmachen. Korte und Rüsing entwickeln Eventformate, um die Gründerszene in OWL zu vernetzen und um Austausch zu ermöglichen. „Wir wollen aber bestehenden Formaten der Ausbildungscamps keine Konkurrenz machen, sondern immer einen Mehrwert bieten", sagt Korte. Bei ihrem ersten „Kitchen Talk" in Bielefeld haben sie beispielsweise Gründer und Experten zum Austausch beim gemeinsamen Kochen eingeladen. „Das Format funktioniert, weil alle bei der lockeren Atmosphäre sehr schnell ins Gespräch kommen", sagt Rüsing. Bei der „Start-up-Night OWL" im Centrum Industrial IT in Lemgo haben fünf Start-ups ihre Geschäftsidee vorgestellt und vom Publikum bewerten lassen. „Die Events zeigen, was in der Gründerszene in OWL steckt und das macht richtig Spaß." Rüsing und Korte haben bereits vor ihrem Schritt, als Netzwerker in OWL die Gründerszene zu stärken, Erfahrungen in Start-ups gesammelt. Korte hat bei dem Berliner Start-up Wunderflats, das online möblierte Wohnungen anbietet, gearbeitet und Rüsing bei einem lokalen Start-up-Netzwerk in Bielefeld.

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