Viel Geld: In Ostwestfalen-Lippe leben viele vermögende Menschen mit sehr hohen Einkommen. - © picture alliance / dpa
Viel Geld: In Ostwestfalen-Lippe leben viele vermögende Menschen mit sehr hohen Einkommen. | © picture alliance / dpa

Bielefeld Zahl der Millionäre in OWL sprunghaft angestiegen

NRW-Statistik: Auch die Commerzbank profitiert von der boomenden Wirtschaft

Andrea Frühauf

Bielefeld. In Ostwestfalen-Lippe ist die Zahl der Einkommensmillionäre sprunghaft angestiegen. Laut neuen Daten des Statistischen Landesamtes legte die Zahl von 2010 bis 2013 um 16,2 Prozent von 495 auf 575 zu. Das sind mehr als im Regierungsbezirk Münster (2013: 508). NRW verzeichnete dagegen lediglich ein Plus von 14,5 Prozent auf 4.264. In OWL gebe es neben namhaften Mittelständlern wie Oetker auch in der zweiten Reihe viele Weltmarktführer, begründete Frank Brüggemann, Niederlassungsleiter der Commerzbank Bielefeld, der das Privat- und Unternehmerkundengeschäft der Region West verantwortet, die Entwicklung. Angesichts der weiterhin boomenden Konjunktur werde die Zahl der Einkommensmillionäre weiter wachsen. Spitzenreiter in NRW war die Stadt Meerbusch. Dort kamen 2013 im Schnitt 14,7 Einkommensmillionäre auf 10.000 Einwohner. Die Stadt Münster (Rang 64) hatte zwar insgesamt mehr Einkommensmillionäre (2013: 112), aber nur eine Quote von 3,7 je 10.000 Einwohner. Bielefeld hatte 110 (plus 13 Prozent, Quote: 3,3). Der Kreis Gütersloh war in OWL mit 152 Einkommensmillionären (plus 25 Prozent, Quote: 4,3) an der Spitze. Commerzbank profitiert Es folgten der Kreis Minden-Lübbecke mit 82 (plus 6 Prozent, Quote: 2,7) und der Kreis Paderborn - hier wuchs die Zahl um rund ein Drittel auf 79 (Quote: 2,7). Lippe kam auf 72 (Quote: 2,1), der Kreis Herford auf 54 (Quote: 2,1). Schlusslicht in OWL war der Kreis Höxter (26, Quote: 1,8) - nur hier sank die Zahl leicht. Auch die Commerzbank profitiere von der boomenden Konjunktur. "Wir haben in den ersten neun Monaten (2017) netto 2.300 Neukunden bekommen", so Brüggemann. Damit betreue die Bank aus Bielefeld 126.000 Kunden. Und die Commerzbank will weitere Kunden gewinnen - und keine Filiale schließen. "Wir setzen auf Wachstum und schwimmen gegen den Strom", so Gustav Holtkemper, Bereichsvorstand West für Privat- und Unternehmerkunden. "Mit der Gewinnung von Neukunden kommen wir nicht in die Kostenspirale." "Gesunder Mittelstand mit breitem Branchenmix" Bundesweit plant die Bank rund 90 Flagship-Filialen mit Spezialisten für komplexe Beratung. Ob der Standort Bielefeld zur Flagship-Filiale ausgebaut wird, sei noch offen. Aber die Lage an der stark frequentierten Bahnhofstraße, nahe dem Loom, sei gut. OWL habe zudem einen gesunden Mittelstand mit breitem Branchenmix. "Bielefeld wächst und wir auch", so Holtkemper. "Das kostenlose Girokonto der Commerzbank ist der Hauptanziehungspunkt für Neukunden." Die Commerzbank Bielefeld, die 2017 auch vom Abzug der Privatbanken UBS und Berenberg profitierte, erzielte in den ersten neun Monaten in der Baufinanzierung ein Neugeschäft von 141 Millionen Euro (Kreditvolumen: 1,2 Milliarden Euro). Das Wertpapiergschäft-Volumen betrug 2,2 Milliarden Euro.

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