In der Werkstatt: die Auszubildenden Anne Klein und Louis Thielmann und Gestamp-Personalchef Uwe Gohr. - © Gestamp
In der Werkstatt: die Auszubildenden Anne Klein und Louis Thielmann und Gestamp-Personalchef Uwe Gohr. | © Gestamp

Bielefeld Gestamp geht in die Offensive

Autozulieferer: Das Bielefelder Unternehmen will auch Lernschwachen und jungen Flüchtlingen einen Ausbildungsplatz geben

Andrea Frühauf

Bielefeld. Die Bielefelder Gestamp-Umformtechnik GmbH, die zum spanischen Autozulieferer Gestamp gehört, startet eine Offensive, um auch leistungsschwächere Jugendliche und junge Flüchtlinge auszubilden. „Ohne Ausbildung können sie nicht Fuß fassen. Wir wollen deshalb im nächsten Jahr 12 bis 15 Auszubildende zusätzlich einstellen und ihnen vorab ab Januar 2018 über eine Einstiegsqualifizierung ein Langzeitpraktikum mit Sprachkursen bieten", sagt Uwe Gohr, der seit 15. September bei Gestamp ist und als Personalchef für Deutschland sein Büro in Bielefeld hat.Auch Sportvereine will er ansprechen, um entsprechende Jugendliche zu finden. Göhr war zuvor beim börsennotierten Schweizer Technologiekonzern OC Oerlikon. Er arbeitete nach eigenen Angaben 32 Jahre in der Industrie. Auch in Hongkong habe er einige Jahre gelebt, berichtet Gohr. Einen festen Arbeitsplatz kann das Bielefelder Unternehmen diesen Auszubildenden allerdings nicht bieten. Aber sie könnten im Anschluss sofort eine Festanstellung bei den drei anderen Umformtechnik-Standorten bekommen. Die sind in Ludwigsfelde – das Werk in Brandenburg liegt acht Kilometer östlich von Potsdam –, in Haynrode (Thüringen) und in Westerburg (Rheinland-Pfalz). In Bielefeld (1.400 Mitarbeiter) sollen 2018 darüber hinaus wie jedes Jahr 25 Auszubildende eingestellt werden. „Wir wollen im technisch-gewerblichen Bereich den Frauenanteil erhöhen". so Göhr. Das berufliche Spektrum sei breit: Ausgebildet werden unter anderem Industriemechaniker, Mechatroniker, Elektroniker, Maschinenführer und Industriekaufleute. Selbst für das im September begonnene neue Ausbildungsjahr sind in Bielefeld noch Plätze frei. Allerdings könne das Unternehmen dem Abschlussjahrgang 2018 nur eine für ein Jahr befristete Anstellung geben, um zunächst die weitere wirtschaftliche Entwicklung abzuwarten. Zahlen nennt Göhr nicht. Der gebürtige Duisburger schätzt aber die starke Wirtschaftsregion OWL und Gestamp. „Vater Ribera hat mit einem Werk angefangen. Heute sind es fast 100", berichtet er. Der Konkurrenzkampf um Personal sei groß. „Wir müssen sehen, wo wir neben den Familienunternehmen bleiben."

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