Thomas Middelhoff, hier beim Antritt seiner Arbeitsstelle in Bethel, könnte bald endgültig auf freien Fuß gesetzt werden. - © Wolfgang Rudolf
Thomas Middelhoff, hier beim Antritt seiner Arbeitsstelle in Bethel, könnte bald endgültig auf freien Fuß gesetzt werden. | © Wolfgang Rudolf

Wirtschaft Staatsanwaltschaft legt Beschwerde gegen Middelhoffs Haftentlassung ein

Martin Krause

Bielefeld. Die Justiz lässt Thomas Middelhoff noch zappeln: Gegen die Entscheidung des Bielefelder Landgerichts, den früheren Starmanager am 26. November 2017 aus der Haft zu entlassen, hat die Staatsanwaltschaft Bochum als Vollstreckungsbehörde eine sofortige Beschwerde eingelegt. Das berichtet die Neue Westfälische exklusiv. Die Sache soll nun über die Generalstaatsanwaltschaft an das Oberlandesgericht Hamm zur Entscheidung weitergeleitet werden. Am vergangenen Dienstag hatte die 18. Strafvollstreckungskammer in Bielefeld die Aussetzung der Reststrafe für Middelhoff beschlossen. Der frühere Chef des Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor war 2014 vom Landgericht Essen wegen Untreue und Steuerhinterziehung zu drei Jahren Haft verurteilt worden, die er derzeit in der JVA Bielefeld-Senne verbüßt. Als Freigänger arbeitet Middelhoff seit Mai 2016 in einer Behindertenwerkstatt. Schon in der Untersuchungshaft hatte er sich zuvor eine schwere Autoimmunerkrankung zugezogen - als Grund nennt er die belastenden Haftbedingungen, die er jüngst in einem autobiographischen Buch darstellte. Eigentlich hätte er sich nun Hoffnung auf eine Weihnachtsamnestie machen können - dann wäre er womöglich noch einige Tage vor der 26. November auf freien Fuß gekommen. Thomas Middelhoff: Vom Aufstieg und Fall eines Top-Managers - Klicken Sie auf das Bild, um zum Multimedia-Dossier zu gelangen:

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