Die Halle des Fleischfabrikanten Tönnies in Rheda-Wiedenbrück. - © dpa
Die Halle des Fleischfabrikanten Tönnies in Rheda-Wiedenbrück. | © dpa

Rheda-Wiedenbrück Einigung bei Tönnies: Was sich nun im Konzern ändern wird

Martin Krause

Rheda-Wiedenbrück. Das Kriegsbeil hatten Clemens (61) und Robert Tönnies (39) nach ihrem langen scharfen Streit bereits im April begraben. Nun haben die beiden Gesellschafter des größten deutschen Fleischkonzerns Nägel mit Köpfen gemacht und sich über die personelle Besetzung der entscheidenden Gremien im Konzern geeinigt. Zum 1. Januar 2018 nehmen Clemens Tönnies und sein Neffe Robert zudem einen dritten Mann in den Gesellschafterkreis auf: Maximilian Tönnies, der 27-jährige Sohn des langjährigen Konzernpatriarchen, tritt dann offiziell in die Gesellschaft ein. Gleichzeitig werde die Zur-Mühlen-Gruppe, die sich bisher nur in den Händen von Clemens und Maximilian Tönnies befand, in die Gesamtgruppe – unter dem Dach der neu geschaffenen Tönnies-Holding – eingebracht. Zur Mühlen mit Marken wie Böklunder und Gutfried habe sich zum größten deutschen Wursthersteller entwickelt. 3.000 Mitarbeiter haben zuletzt 800 Millionen Euro Umsatz erzielt. Inklusive der Zur-Mühlen-Gruppe dürfte der Konzernumsatz künftig auf mehr als sieben Milliarden Euro steigen. Ruff hat viele Erfahrungen in der Lebensmittelindustrie In die Geschäftsführung der Tönnies-Holding sind schon zum 1. November neben Clemens Tönnies und seinem langjährigen Finanzchef und Vertrauten Daniel Nottbrock (41) zwei externe Manager eingezogen, die reiche Erfahrung in der Lebensmittelbranche gesammelt haben: Auf Vorschlag von Robert Tönnies nehme Andres Ruff (56) künftig – gleichberechtigt neben Clemens Tönnies – den Vorsitz der Geschäftsführung wahr, wie das Unternehmen mitteilte. Ebenso gleichberechtigt solle Reinhard Quante (54) künftig – neben Nottbrock – den Bereich Finanzen managen. Ruff war zuletzt Chef der WIV Wein International AG in Bingen. Viele Jahre war Ruff beim Konsumgüterkonzern Procter & Gamble, bevor er Geschäftsführer der Molkerei Alois Müller und dann Vorstandschef der Apetito AG in Rheine wurde. Der Agrarökonom Quante war bei Unilever und Ferrero (Nutella), bevor er zu Europcar ging.

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