Die Sparkasse Paderborn-Detmold ist zur Rückabwicklung von sieben Immobilien-Darlehensverträgen verurteilt worden. - © dpa
Die Sparkasse Paderborn-Detmold ist zur Rückabwicklung von sieben Immobilien-Darlehensverträgen verurteilt worden. | © dpa

Paderborn Urteil: Sparkasse muss Darlehen rückabwickeln

Andrea Frühauf

Paderborn. Die Sparkasse Paderborn-Detmold ist vom Landgericht Paderborn zur Rückabwicklung von sieben Immobilien-Darlehensverträgen verurteilt worden, die ein Ehepaar aus Laboe bei Kiel 2003 und 2004 für einen Hauskauf abgeschlossen hatte. Wegen Zahlungsverzuges hatte die Sparkasse die Verträge im Oktober 2013 gekündigt. Anfang 2014 wurde das Haus auf Druck der Sparkasse verkauft. Sechs der sieben Darlehen waren 2014 laut dem Klägeranwalt Peter Hahn mit dem Verkaufserlös des Hauses abgelöst worden. Erst im Juni 2016 erklärten die Kunden den Widerruf der sieben Darlehensverträge. Sie wehrten sich per Vollstreckungsabwehrklage gegen die vom Geldhaus eingeleiteten Vollstreckungsmaßnahmen in Höhe von 50.000 Euro. „Die Zwangsvollstreckung der Sparkasse aus einer Grundschuld habe das Gericht überwiegend für unzulässig erklärt, so Hahn. Grund dafür sei eine fehlerhafte Widerberufsbelehrung der Sparkasse gewesen, die eine unklare Frist formuliert habe, sagte Bernd Emminghaus als Sprecher des Landgerichtes. „Die Frist beginnt frühestens mit Erhalt dieser Belehrung", habe es geheißen. Es hätte laut Emminghaus viel konkreter lauten müssen: „Der Vertrag (mit Datum) kann widerrufen werden nach bis zu zwei Wochen." Weil in diesem Fall die Ausübung des Widerrufsrechts nicht verwirkt sei, soll das Paar nur noch 7.489,12 Euro zahlen. Die Sparkasse äußerte sich „wegen des laufenden Verfahrens" nicht. Sie hat noch wenige Tage Zeit, um Rechtsmittel gegen das Urteil einzulegen. AZ: 4O138/17

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