Industrie- und Handelsclub OWL, Dieter Brand, Shobhna und Christoph Mohn (von links). - © Christian Weische
Industrie- und Handelsclub OWL, Dieter Brand, Shobhna und Christoph Mohn (von links). | © Christian Weische

Bielefeld Shobhna Mohn erklärt Bertelsmanns Strategie

Industrie- und Handelsclub: Mathematikerin hält lockeren Vortrag über ein nüchternes Thema

Martin Krause

Bielefeld. Shobhna Mohn hatte sich scheinbar ein sehr nüchternes Thema vorgenommen: „Bertelsmann: Strategie für Wachstum in China, Indien und Brasilien" lautete der Titel ihres Vortrags beim Industrie- und Handelsclubs OWL. Doch zu Beginn ihres Auftritts sammelte die studierte Mathematikerin, die sich um die Entwicklung der Geschäfte des Medienkonzerns in den großen Wachstumsregionen kümmert, erst einmal die Sympathien ihres Publikums ein. „Deutsch ist nicht meine erste Sprache", sagte die indischstämmige Ehefrau von Bertelsmann-Aufsichtsratschef Christoph Mohn. Und lächelnd schob sie nach: „Meine grammatischen Fehler – Ihr werdet damit schon zurecht kommen." Dem Understatement folgte eine Präsentation, die so professionell wie locker war. Vor vollbesetzten Reihen in der Sparkasse Bielefeld skizzierte Shobhna Mohn die Struktur des Konzerns mit seinen 120.000 Mitarbeitern in acht Divisionen von RTL bis zur Bertelsmann Education Group und erklärte in freier Rede, warum China, Indien und Brasilien für Bertelsmann so wichtig sind – auch trotz Problemen. Im Kern will Bertelsmann vom schnellen Wachstum und dem großen Potenzial der Schwellenländer profitieren, wie die Managerin erklärte. Dabei sollen die Umsätze in den drei Wachstumszentren in drei bis fünf Jahren von jetzt 300 Millionen auf eine Milliarde Euro jährlich steigen. Investitionen in Zukunftsbranchen und Beteiligungen an Bildungsfirmen oder digitalen Geschäften sollen dafür sorgen. Doch Shobhna Mohn räumte ein, dass die Erreichung der Ziele kein Selbstläufer ist: Weil etwa der Konkurrenzdruck in China sehr groß sei und die Zyklen sehr schnell, würde manches Geschäft dort rasch wieder verkauft. Andererseits lieferten die Aktivitäten im wirtschaftlich angeschlagenen Brasilien teils 30-prozentige Umsatzzuwächse und über 20-prozentige Margen. Christoph Mohn hatte seine Frau voller Stolz selbst angekündigt. Dass ihr Wirken auch kräftige Gewinnbeiträge – bis zu dreistelliger Millionenhöhe – liefert, mochte er am Ende nicht verschweigen.

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