Freuen sich über steigende Ausbildungszahlen: Jens Prager, Lena Strothmann und Wolfgang Borgert (v. l.). - © Oliver Krato
Freuen sich über steigende Ausbildungszahlen: Jens Prager, Lena Strothmann und Wolfgang Borgert (v. l.). | © Oliver Krato

Wirtschaft Handwerkskammer meldet neue Rekorde in der Region

Investitionsklima steigt auf 25-Jahreshoch. Beschäftigungsklima so gut wie zuletzt 1978

Andrea Frühauf

Bielefeld. Das Handwerk in Ostwestfalen-Lippe eilt von Rekord zu Rekord. Die Geschäfte laufen prächtig. Die Aussichten sind positiv. Und die Auftragsbücher sind so prall gefüllt, dass die Wartezeiten immer länger und Preise teils steigen werden. Kunden verhandelten mit Handwerkern „nicht mehr über den Preis, sondern über die Durchführung", stellte Wolfgang Borgert, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, fest. „Der bislang stärkste positive Konjunkturzyklus wird vornehmlich von handwerklichen Bau- und Ausbauberufen getragen", sagte Kammerpräsidentin Lena Strothmann. Sie erwartet 2017 mindestens 3 Prozent Wachstum in OWL. Der Geschäftsklimaindikator stieg gegenüber dem Vorjahreswert um 6 auf 138 Punkte. Laut der Herbstumfrage der Kammer nannten 40 Prozent der 820 befragten Betriebe höhere Umsätze. Das Investitionsklima erreicht mit 116 Punkten (plus 6) ein 25-Jahreshoch. Das Beschäftigungsklima markiert mit 114 Punkten (plus 6) sogar „den höchsten Wert seit 1978" – seit Einführung der Konjunkturberichte. Mehr als neun Wochen Wartezeit für Kunden des Baugewerbes Das Baugewerbe sei dank des Baubooms der „Shootingstar", sagte Borgert. Die ausgezeichnete aktuelle Lagebeurteilung liege noch über dem hohen Niveau vom Herbst 2016. In diesem Gewerbe meldeten jetzt 65 Prozent der Befragten eine gute Geschäftslage, nur 5 Prozent äußerten sich negativ. Borgert: „Das gab es noch nie." Der Geschäftsklimaindex stieg hier gegenüber dem Vorjahr um 13 auf 138 Punkte. Das Ausbaugewerbe führt das Ranking mit 142 Punkten (plus 7) an – gefolgt von den Zulieferern der Industrie (gewerblicher Bedarf). Sie haben mit 141 Punkten (plus 8) die stärkste Aufwärtsdynamik. 66 Prozent sprechen hier von guten Geschäften (Herbst 2016: 49 Prozent). Schlusslicht ist das Nahrungsmittelgewerbe mit 104 Punkten (minus 12). Die durchschnittlichen Wartezeiten im Baugewerbe erhöhten sich auf 9,6 (Herbst: 2016: 7,5) Wochen. Im Ausbaugewerbe müssen Kunden 7,9 Wochen warten. „Der Fachkräftemangel ist eine Wachstumsbremse. Der Markt für Fachkräfte ist leergefegt", sagte der neue Hauptgeschäftsführer Jens Prager. „Wartezeiten können nicht beliebig verlängert werden." Betriebe setzten vermehrt auf eigene Ausbildung. Während die Zahl der neuen Ausbildungsverträge in NRW bis Ende September um 3,3 Prozent wuchs, sind es in OWL 8,6 Prozent plus. Bäcker verzeichneten plus 33 Prozent, Optiker 46 und Maurer 35 Prozent plus. Der Anteil der Abi-turienten stieg auf 16,35 (2005: 4,7) Prozent. ?¦?Meinungsbörse

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