Nobilia Werk II 2 in Verl. - © Jens Reddeker
Nobilia Werk II 2 in Verl. | © Jens Reddeker

Coswig/Verl Marktführer Nobilia kauft Tochter vom insolventen Küchenbauer Alno

Alno hatte im Juli Insolvenz angemeldet

Pfullendorf/Verl (dpa/nw). Ein Teil des insolventen Küchenkonzerns Alno geht an Nobilia. Der Marktführer aus Verl gehöre zu einer Investorengruppe, die die Alno-Tochterfirma Pino gekauft habe, teilte ein Sprecher des Insolvenzverwalters Martin Hörmann mit. Über die Kaufsumme und die Namen der weiteren Investoren sei Stillschweigen vereinbart worden. Damit die Transaktion gültig wird, müssen noch die Kartellbehörden zustimmen.„Erst wenn das Kartellamt den Erwerb genehmigt, wird der angestrebte Kauf wirksam", sagt Nobilia-Geschäftsführer Lars Bopf. „Wir hoffen, dass das Kartellamt nun zügig eine positive Entscheidung treffen wird." Alno mit seinen rund 1.600 Mitarbeitern hatte im Juli Insolvenz angemeldet, das Insolvenzverfahren läuft seit Monatsbeginn. Pino stand in dem insgesamt maroden Küchenkonzern gut da, bei der auf relativ billige Küchen spezialisierten Tochterfirma aus Coswig (Sachsen-Anhalt) arbeiten 229 Menschen. Ihre Arbeitsplätze sollen ebenso erhalten bleiben wie einige Jobs von Beschäftigten einer Alno-Logistiktochter vor Ort. Löhne bei Wellmann bis Ende Oktober gesichert Der Kauf war bereits am Montag verkündet worden, nun wurde der Name des Investors genannt. Nobilia kam zuletzt auf einen Jahresumsatz von gut einer Milliarde Euro; damit war der Branchenprimus aus Ostwestfalen in Sachen Umsatz mehr als doppelt so groß wie Alno, der seit langem defizitäre Konkurrent aus Baden-Württemberg. Bei der Engeraner Alno-Tochter Wellmann sind die Löhne und Gehälter bis Ende Oktober dank eines Massekredits gesichert. Das bestätigt Frank Branka, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Herford. Branka und Insolvenzverwalter Hörmann versichern, es gebe auch für Wellmann sowie für Alno selbst einen Interessenten. Laut Hörmann befindet sich der Investorenprozess in der entscheidenden Phase.

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