Redner: Andreas Ahmann Ceyoniq-Geschäftsführer. FOTO: JONEK - © Sarah Jonek
Redner: Andreas Ahmann Ceyoniq-Geschäftsführer. FOTO: JONEK | © Sarah Jonek

Wirtschaft IT-Firmen warnen vor Datenchaos in Unternehmen durch Digitalisierung

IT-Zukunftskongress: Ceyoniq warnt vor „E-Mail-Chaos“ in Unternehmen. Auch die Datensicherheit ist ein großes Thema als Folge der Digitalisierung

Andrea Frühauf

Bielefeld. Die Digitalisierung eröffnet IT-Firmen neue Geschäftschancen. „Die Art wie wir arbeiten und die Kommunikation entlang der gesamten Wertschöpfungskette ändern sich radikal", konstatiert der Bielefelder Unternehmer und IHK-Präsident Wolf D. Meier-Scheuven zur Eröffnung des zweiten IT & Media Future Kongresses in der Bielefelder Stadthalle. Eine Information sei allerdings immer nur so wertvoll wie ihre Verwendbarkeit in einem Geschäftsprozess, betont Andreas Ahmann, Geschäftsführer der Bielefelder Ceyoniq Technology GmbH, in seinem Vortrag über soziale Zusammenarbeit, die in Unternehmen ganz anders ablaufe als bei sozialen Netzwerken, wo alle Teilnehmer alle Kommentare lesen können. Ahmann schildert einen internen E-Mail-Verkehr, der sich anfangs um eine Dienstfahrt dreht. Später muss die Sekretärin auch persönliche Fragen zu anderen Themen (Preis für ein Navi, Mietwagenanbieter) beantworten, als sich ein weiterer E-Mail-Schreiber willkürlich einschaltet, aber nicht den kompletten Mailverkehr kennt. E-Mails für Experten "Teufelszeug" Mit solchem „E-Mail-Chaos" gehe viel Zeit und damit Wertschöpfung für das Unternehmen verloren, schildert Ahmann das „Riesenproblem". E-Mails als internes Kommunikationsmittel in Firmen sind für ihn aber auch aus einem anderen Grund „Teufelszeug". E-Mails sind Handelsbriefe und müssen zehn Jahre lang aufbewahrt werden. Wenn Mitarbeiter die Firma verlassen, sei der (Geschäftsprozess-)Inhalt oft verschwunden. Sein Rat: Einen Blog, der an den Geschäftsprozess oder die Akte statt an Personen gekoppelt ist. Ceyoniq (160 Mitarbeiter, davon 120 in Bielefeld) bietet Lösungen für Dokumentenmanagement. Das Geschäft wachse. 15 Stellen sind offen. Nur Verschlüsseltes in die Cloud Wie sicher sind Daten in der Cloud? „Nur die verschlüsselte Kopie sollte in die Cloud geschickt werden", rät Lars Arndt, Vertriebsleiter der Bielefelder MarcanT AG. Die Verschlüsselung müsse zuvor im Haus vorgenommen werden. Daten sollten zur Sicherheit auf mehrere Rechenzentren verteilt werden. Der Kunde Hymmen nutze beispielsweise lediglich den Firewallservice der MarcanT AG, die ein Rechenzentrum betreibt. Die Bielefelder Conbrio Group (20 Mitarbeiter), die Lösungen in der Digitalisierung von Geschäftsprozessen bietet, erwirtschaftet mit drei Gesellschaften gut eine Million Euro Umsatz. Allein die Sparte Dent hat 800 Zahnarztpraxen als Kunden, wie CEO Michael Schneiders sagt. Ihnen biete Conbrio eine Abrechnungssoftware zur Erfassung von Patientendateien und -befunden. Mit Einführung der neuen elektronischen Gesundheitskarte „werden wir der Dienstleister vor Ort und sorgen dafür, dass die Praxen an die neue Infrastruktur angebunden werden". Seit 2012 müssen alle Praxen Leistungen mit ihrer Kassenzahnärztlichen Vereinigung in papierloser Form abrechnen.

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