Fernseher und Sideboard sind eins: Petra Fischer (v. l.), Patrik Bernstein und Christoph Kümmel präsentieren die Innovation.  - © Friderieke Schulz
Fernseher und Sideboard sind eins: Petra Fischer (v. l.), Patrik Bernstein und Christoph Kümmel präsentieren die Innovation.  | © Friderieke Schulz

Rheda-Wiedenbrück Möbelhersteller Interlübke möchte 2018 wieder Gewinn schreiben

Zwischenbilanz: Seit einem Jahr ist Patrik Bernstein operativer Geschäftsführer des Möbelherstellers. Er führt das Unternehmen wieder auf Kurs. Neben dem Kerngeschäft Deutschland, Schweiz und Österreich setzt er dabei vor allem auf Asien

Friderieke Schulz

Rheda-Wiedenbrück. Die vergangenen fünf Jahre waren für den Premiummöbelhersteller Interlübke schwer: Erst Verlusteinbußen, dann die Insolvenz mit der Trennung von Cor. Es folgten Wechsel an der Spitze, der letzte 2017. Mit dem neuen operativen Geschäftsführer Patrik Bernstein geht es wieder bergauf. Schon 2018 will man zurück in der Gewinnzone sein. Als „total branchenfremd" bezeichnet sich der 60-Jährige selbst. „Viele glauben, dass ein Chef alles können muss. Ich glaube, ein Chef muss die Fähigkeiten seiner Leute herausstellen können." Glaube in die Mitarbeiter brachte Erfolg Das habe er getan: „Die Leute sind auf allen Ebenen aus sich herausgekommen und haben sich getraut, eigene Ideen vorzubringen." Viele Auszeichnungen wie der Designpreis in der Kategorie „best of best" 2017 für das Sideboard „Jorel" oder der „German best Brand Award", die nach Rheda-Wiedenbrück gingen, zeugen davon. Die nächste Neuheit steht im Showroom: Statt den Fernseher aufzuhängen oder zu verstecken, hat man ihn bei Interlübke zur Front gemacht. So erfolgreich aus einer Sanierung zu gehen, ist sicher Wunsch vieler Unternehmer. Doch Bernstein räumt ein, dass es auch „schmerzhaft" war. Man habe sich auf 160 Mitarbeiter verkleinert, rund fünf Millionen Euro flossen in die Firma. Dabei hatte der Schwede ein Ziel im Blick: das Vertrauen in das Produkt zurückzugewinnen. Umsatzziel 2016 verfehlt Er wollte das Geschäftsjahr 2016 mit einem Umsatz von 23 Millionen abschließen; knapp 21 Millionen wurden es. Für 2017 steht das Ziel wieder. „Wir haben ein Umsatzplus von sechs Prozent geplant. Das erste Halbjahr war zweistellig, der Juli okay, der August sehr schlecht. Der Herbst wird zeigen, wo wir stehen", sagt Bernstein. Er spricht von 2017 als „Jahr der Hausaufgaben" und garantiert, 2018 wieder Gewinn zu schreiben. Erreicht werden soll das mit dem Fachhandel – kein Onlinemarkt, nicht die Fläche. „Wir reden mehr oder weniger über eine Einzelfertigung", so Bernstein. Er betont, an der Produktion in Rheda-Wiedenbrück festhalten zu wollen. Deutsche Tugenden, die Qualität der Möbel und die gute Abwicklung seien nie das Problem gewesen. Nun wurde der Showroom erneuert und um 40 Prozent erweitert. Neben dem Fachpublikum darf auch der Endverbraucher die Möbel ansehen. Premiummöbelbauer nimmt Kurs auf Asien Insbesondere auf Asiaten hat man es aber abgesehen. Denn das Objektgeschäft ist längst über die Ausstattung von Hotels oder Kreuzfahrtschiffen hinausgewachsen. „In den letzten zehn Jahren hat in Asien, England und der Welt der Trend zugenommen, fertig eingerichtete Appartements zu beziehen. Darin sehen wir eine riesige Chance." Denn der Markt in Russland ist wegen der Sanktionen ruhig geworden. Dennoch habe man sich den Markt visualisiert und möchte sich weiter darauf ausrichten: 70 Prozent Umsatz macht der Kernmarkt aus (Deutschland, Österreich und Schweiz), rund zehn Prozent bietet schon der Objektmarkt in Asien oder England. Die übrigen Prozente verteilen sich auf die Märkte in Amerika und Südamerika. Internationalisierung hat sich Bernstein bei seinem Start auf die Fahne geschrieben. Das Ziel gilt noch immer: „Aber alles Schritt für Schritt."

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