Neue App für die 3-D-Brille: Norbert Rotter, Andreas Paulsen und Richard Gutjahr (v. l.). FOTO: W. RUDOLF - © Wolfgang Rudolf
Neue App für die 3-D-Brille: Norbert Rotter, Andreas Paulsen und Richard Gutjahr (v. l.). FOTO: W. RUDOLF | © Wolfgang Rudolf

Wirtschaft "Itelligence World": Wenn der Roboter zum Arbeitskollegen wird

Itelligence-Messe: Gastredner Gutjahr sieht die Gesellschaft vor revolutionären Veränderungen

Andrea Frühauf

Bielefeld. Das neue iPhone von Apple wird nach Ansicht von Richard Gutjahr einen weiteren Sprung „in Richtung Zukunft“ bringen. Der US-Technologieriese sei heute ein Telefonkonzern, sagte der Journalist und Grimme-Online-Preisträger in seinem Gastvortrag auf der zweitägigen Messe „Itelligence World“ der Bielefelder Itelligence AG. Unter dem Motto „Smarte Lösungen für innovative Unternehmen im digitalen Wandel“ kommen 450 Itelligence-Kunden und -Geschäftsführer ins Gespräch. Das iPhone hat laut Gutjahr zehn Jahre nach seiner Einführung „eine neue Schwelle erreicht“. Sein Umsatzanteil betrage bereits 65 Prozent, während der Mac-Computer noch auf zehn Prozent komme. Mit dem Smartphone-Boom sei auch die Nachfrage nach Fotoapparaten und Navis eingebrochen. In zwei Jahren kommt die fünfte Mobilfunkgeneration auf den Markt – mit Datenraten von bis zu 10 Gigabit pro Sekunde wäre sie zehn Mal so schnell wie der LTE-Standard. Gutjahr prophezeit: „Es braut sich ein großer Sturm zusammen“, der revolutionäre Veränderungen mit sich bringen werde. „Das Zusammenspiel von Digitalisierung, globaler Vernetzung, Bandbreite, Automatisierung und künstlicher Intelligenz wird für einen Big Bang sorgen.“ Daten würden das Rohöl der Zukunft.Eine Bank in Tel Aviv ohne Personal Schon jetzt zeige eine Bank in Tel Aviv die massiven Veränderungen der Branche. Kunden werde an Terminals das Homebanking gelehrt. „Nur die Anlageberatung wird noch mit einem Menschen per Conference Call angeboten.“ Der US-Internethändler Amazon hole in der Lagerhalle Ware mit dem Roboter aus dem Regal. „100.000 Roboter sind Arbeitskollegen von 125.000 Menschen bei Amazon.“ Gutjahr warnt: Mit der explosionsartigen Vernetzung der Menschen über soziale Netzwerke verschiebe sich die Macht vom Anbieter zum Nachfrager – sprich zu Kunden und Mitarbeitern von Unternehmen. „Damit verändert sich alles“, zitiert er den Netzwerkforscher Peter Kruse. „Menschen schließen sich zu Bewegungen zusammen. Es gibt keine Vorhersagbarkeit mehr.“ Während beim ARD-Deutschland-Trend die Union führe, liege beim Facebook-Trend die AfD vorne. US-Präsident Trump nutze Twitter zum Regieren, während Alt-Kanzler Schröder auf „Bild, Bams und Glotze“ setzte. Tweeds würden bereits maschinell (per Bots) eingesetzt. Gutjahr prophezeit: „Die künstliche Intelligenz wird 2030 kommen.“ Unternehmen müssten sich auf die Entwicklungen einstellen.Itelligence plant Partnerschaft mit Amazon Itelligence wird sich laut Vorstandschef Norbert Rotter vom SAP-Lösungsspezialisten zum Softwareunternehmen wandeln. „Wir werden mehr eigene Software entwickeln.“ Dieser Umsatzanteil soll in zehn Jahren von 5 auf 50 Prozent steigen. Amazon setze die Branche mit Cloud-Anwendungen unter Druck. Deshalb gebe es Gespräche für eine Partnerschaft mit Amazon.

realisiert durch evolver group