Wirtschaft Gesellschafter sollen 17 Millionen für den Airport Paderborn zuschießen

Planungen: Flughafen Paderborn/Lippstadt legt Investitionsprogramm auf. Das ist für die Kommunen eine Herausforderung. Dennoch gibt es erste positive Stimmen

Matthias Bungeroth

Paderborn. Diese Post ist für die betroffenen Kreise und Städte in Zeiten knapper Kassen nicht erbaulich. Insgesamt 6,1 Millionen Euro sollen die kommunalen Gesellschafter des Flughafens Paderborn/Lippstadt 2018 und 2020 aufbringen, damit ein Investitionspaket die Infrastruktur des Airports auf die Höhe der Zeit bringt. Bis Ende des Jahres sollen die Kreistage sowie der Rat der Stadt Bielefeld den einmaligen Zuschuss genehmigen, so ist der Plan. Die ersten Reaktionen aus der kommunalen Familie fallen positiv aus. „Wir unterstützen das", sagt der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion in Paderborn, Bernhard Wissing, auf Anfrage dieser Zeitung. „Der Flughafen Paderborn/Lippstadt ist ein wesentlicher Standortfaktor und ein Vorteil, den die Region braucht", fügt er hinzu. „Das gilt es am Leben zu erhalten." Der Kreis Paderborn ist mit einem Anteil von rund 57 Prozent Hauptgesellschafter des Airports. Deshalb hat er mit 3,057 Millionen Euro den größten Teil des Investitionspakets zu stemmen. Der lippische Landrat Axel Lehmann (SPD) sieht das Programm aus Sicht des Kreises Lippe, der einen Anteil von rund 7,8 Prozent hält, als „eine sinnvolle Investition" an. Der Airport sei „ein wichtiger Standortfaktor, nicht nur im Hinblick auf Infrastruktur und wirtschaftliche Aspekte, sonder auch für Lippe und Ostwestfalen als Tourismusregion", wie Lehmann auf Anfrage mitteilt. Darüber sei zu beachten, „dass der Flughafen Paderborn/Lippstadt nach wie vor zu den rentabelsten in NRW gehört". Andere Flughäfen hätten weitaus höhere Defizite abzudecken. Liane Fülling, Vorsitzende der SPD-Fraktion im Gütersloher Kreistag, kündigt an, ihre Fraktion werde „dem vorgeschlagenen Finanzierungsweg folgen". Die geplanten Investitionen seien „nachvollziehbar und notwendig". Zudem sei der Flughafen ein „wichtiger Teil der Infrastruktur für den Kreis und die Region." Der Kreis Gütersloh soll insgesamt 488.000 Euro zum Programm beitragen. Er hält einen Anteil von 8 Prozent am Airport. „Wir haben aktuell ein Investitionsprogramm von 17,1 Millionen Euro", erläutert Roland Hüser, Einzelprokurist des Flughafens, auf Anfrage. Es gehe um Maßnahmen, die auf behördliche Vorschriften zurückzuführen seien oder die nötig seien, um den Betrieb am Airport aufrecht zu erhalten. Betroffen sei zum Beispiel der Brandschutz, die Sanierung der Haltepositionen der Flugzeuge oder die Instandsetzung der Beleuchtungssteuerung. Dass die Wirtschaft der Region den Airport Paderborn/Lippstadt für unverzichtbar hält, verdeutlicht Jörg Deibert, Sprecher der IHK Ostwestfalen zu Bielefeld, die selbst einen Anteil von 1,57 Prozent am Airport hält. „Der Flughafen Paderborn-Lippstadt hat eine herausragende Bedeutung für unsere heimische Wirtschaft. Eine Region, die nicht an den internationalen Flugverkehr angekoppelt ist, wird langfristig nicht prosperieren können", sagt Deibert.

realisiert durch evolver group