Wirtschaft Bielefelder Gründernetzwerk startet durch

Pioneers Club: Start-ups und mittelständische Unternehmen arbeiten im Verbund an gemeinsamen Projekten

Vivien Tharun

Bielefeld. Von der Decke hängen hier und da dicke Kabel mit Steckdosen an den Enden. Sie baumeln über langen Holztischen. In der Halle, in der die Tische stehen, sollen nun 100 Arbeitsplätze entstehen. Für junge Unternehmer, die ein Start-up gegründet haben. Es sind die Räume des Pioneers Club, der jetzt offiziell eröffnet hat. „Der Pioneers Club verbindet große Unternehmen mit Pioniergeist", sagt Sebastian Borek, der Geschäftsführer der Founders Foundation. Pioneers Club und Founders Foundation arbeiten eng zusammen: In Boreks Projekt können Menschen, die ein Start-up gründen, sechs Monate lang geschult werden. Mit gutem Konzept in den Pioneers Club Wer ein richtig gutes Geschäftskonzept hat, kann später Mitglied im Pioneers Club werden. Dort können junge Gründer ihre Geschäftsnetzwerk aus- und Kontakte zu mittelständischen Unternehmen aufbauen. Firmen, die eine digitale Lösung für ein technisches Problem möchten, können sich an die Start-Ups im Pioneers Club wenden, die dann schnellstmöglich eine Lösung ausarbeiten. „Die Digitalisierung macht vor OWL nicht halt. Wir müssen handeln, bevor wir gehandelt werden", sagt Borek. Der „Coworking Space" des Clubs an der Ritterstraße hat 100 Arbeitsplätze auf 800 Quadratmetern. Firmengründer können sich dort gegen einen monatlichen Beitrag einen Schreibtisch mieten. Auch die beteiligten Unternehmen wie Schüco, Ahlers und Dr. Wolff entrichten Beiträge. „Mit diesen Geldern finanziert der Pioneers Club dann unter anderem Veranstaltungen", sagt Andreas von Estorff, Geschäftsführer des Pioneers Club. 100 Arbeitsplätze auf 800 Quadratmetern Die Beiträge variieren. Gründer zahlen weniger als die Unternehmen, und wer einen festen Schreibtisch im Coworking Space möchte, zahlt mehr als jemand, der nur die Veranstaltungen besuchen möchte. Wer durch besondere Ideen schon vorher auf dem Markt hervorstach, wird gefragt, ob er Clubmitglied sein möchte. Man kann sich auch einfach um eine Mitgliedschaft bewerben. „Das Geschäftskonzept muss gut sein. Dann geht das", sagt von Estorff. Am Pioneers Club sind neben der Founders Foundation die Bielefelder Firmen Schüco und Dr. Wolff beteiligt. „Bei der Digitalisierung kommt es auf Tempo an", sagt Eduard Dörrenberg, Geschäftsführer bei Dr. Wolff. Die Unternehmen müssten mithalten. Bei Schüco klingen die Beweggründe so: „Wir beteiligen uns, weil wir vor ein paar Jahren noch nicht viel von Start-Ups mitbekommen haben", sagt Schüco-Geschäftsführer Andreas Engelhardt. Schüco habe sich in Berlin, Stockholm und Paris nach Lösungen für Fragen der Digitaltechnik umgesehen. Nun seien diese direkt in Bielefeld zu finden.

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