Chef der Diebold Nixdorf AG: Jürgen Wunram. - © Foto: dpa
Chef der Diebold Nixdorf AG: Jürgen Wunram. | © Foto: dpa

Paderborn Paderborner Diebold Nixdorf AG kappt ihre Ziele

Halbjahreszahlen: Umsatz und Gewinn sind rückläufig. In Europa läuft das Geschäft aber gut

Martin Krause

Paderborn. Die gute Nachricht lautet: Die Paderborner Diebold Nixdorf AG hat ihre Umsätze im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres europaweit um zwei Prozent auf 625 Millionen Euro gesteigert. Besonders kräftig – nämlich um fünf Prozent auf 297 Millionen Euro – wuchsen die Erlöse des Geldautomatenherstellers von Oktober 2016 bis März 2017 in Deutschland. Positiv entwickelte sich im zweiten Quartal auch die Retailsparte, die Kassensysteme für den Handel anbietet. Durch massive Umsatzeinbußen in Amerika und Asien schrumpfte der Gesamtumsatz aber um sechs Prozent auf 1,23 (Vorjahr 1,31) Milliarden Euro. In beiden Regionen waren strukturelle Änderungen für die Rückgänge verantwortlich, so Nixdorf-Sprecher Andreas Bruck: In China sei das Geschäft in ein Joint Venture unter chinesischer Führung eingebracht worden. Und in Amerika sei das Servicegeschäft im Rahmen des Sanierungsprogramms an die Konzernmutter Diebold Nixdorf Inc. abgegeben worden. Das operative Ergebnis sank um 26 Prozent auf 103 Millionen Euro. Der Nettogewinn ging gar um 41 Prozent auf 63 Millionen Euro zurück. Unerwartet hohe Kosten für den Zusammenschluss mit dem Mutterkonzern im US-Staat Ohio seien ein Grund für den Gewinneinbruch. Angesichts des Geschäftsverlaufs rechnen die Paderborner nun nicht mehr mit einem leicht wachsenden, sondern mit leicht sinkendem Jahresumsatz. Auch der Gewinn bleibe wohl unter Vorjahresniveau. In Paderborn heißt es, das Unternehmen werde zunehmend mit dem amerikanischen Mehrheitseigentümer verschmolzen und sei daher immer weniger mit der alten Wincor Nixdorf AG vergleichbar. Durch den Beherrschungsvertrag bestehe zudem ein „signifikantes Risiko“, dass die Konzernzentrale in Ohio „andere Maßnahmen veranlasst, (...) als in der ursprünglichen Planung angenommen wurde“. Prognosen seien daher „mit hoher Unsicherheit behaftet“. Bereits vor zwei Wochen hatte die Diebold Nixdorf Inc. für das erste Quartal 48,6 Millionen Dollar operativen Verlust gemeldet. Nun würden Maßnahmen für ein kostensenkendes Transformationsprogramm ausgearbeitet, heißt es. Dazu könne auch Stellenabbau in Bereichen gehören, die bisher zur Wincor Nixdorf AG gehörten. In Deutschland aber soll es keinen weiteren Personalabbau geben. Die Paderborner AG zählt bisher noch 9.000 Mitarbeiter, davon 3.600 in Deutschland (allein 1.800 in Paderborn). Die Minderheitsaktionäre können ohnehin entspannt bleiben: Sie erhalten eine Garantiedividende in Höhe von netto 2,82 Euro pro Aktie.

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