Für Viele nicht finanzierbar: Der Bau eines Eigenheims ist meistens die größte Investition im Leben. - © dpa
Für Viele nicht finanzierbar: Der Bau eines Eigenheims ist meistens die größte Investition im Leben. | © dpa

OWL Weniger junge Familien bauen ein Haus

Klare Entwicklung: Wohnungen fehlen und die Mietpreise steigen. Die CDU debattiert mit 
Vertretern von Banken, Immobiliengesellschaften und Bürgern über die Gründe

Markus Reiferscheid

Paderborn. Mehr als 200.000 Wohnungen fehlen in Deutschland, die Mietpreise explodieren. Mit dieser Einschätzung startete der Landtagsabgeordnete André Kuper (CDU) seine Begrüßung zu einer Podiumsdiskussion im Technologiepark Paderborn. Dort ging es um die Frage, welche Schwierigkeiten Bezieher von durchschnittlichen und unterdurchschnittlichen Einkommen beim Erwerb von Wohnraum haben. „Während der Bund seine Förderprogramme auf eine Milliarde Euro erhöht hat, ist es in NRW genau umgekehrt. Hier ist die Eigentumsförderung erheblich gesunken", so Kuper. Aber auch andere Gründe würden den Hausbau erschweren wie Bernhard Dorenkamp von der Volksbank in der Podiumsdiskussion klarstellte. Denn auch die Suche nach preiswerten Grundstücken sei mittlerweile zu einer großen Herausforderung geworden. Dazu komme, dass junge Familien für den Hausbau einiges an Eigenkapital benötigten. Alexander Rychter, Verbandsdirektor der Wohnungswirtschaft Rheinland-Westfalen, fügte noch hinzu, dass der größte Betrag des Eigenkapitals bereits für die Baunebenkosten ausgegeben werde. Darunter sind neben der Grunderwerbssteuer die gestiegenen Kosten zur Erfüllung energetischer Anforderungen gemeint. „Dann ist das Eigenkapital schon aufgebraucht, ohne dass dabei der erste Stein verlegt ist. Man muss sich nicht wundern, wenn das für junge Familien unattraktiv erscheint", so Rychter weiter. Auch gesellschaftliche Veränderungen würden junge Familien vom Hausbau abhalten, wie Hubert Böddecker von der Sparkasse sagte. „Von der Berufswelt wird mittlerweile eine höhere Flexibilität erwartet, was die Wahl des Berufsstandortes betrifft", so der Bänker. Die Verschuldung beim Hausbau sei für viele jüngere Leute nicht sinnvoll, wenn sie danach unter Umständen umziehen müssten. Um jüngere Leute zu motivieren, wieder mehr zu bauen, plädierten die Beteiligten vor allem für Steuerentlastungen und mehr Förderungen.

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