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Kreis Herford Wie Flüchtlinge den Weg in den Herforder Arbeitsmarkt finden

Mehr als 130 Geflüchtete sind seit Anfang des Jahres zu ihren beruflichen Qualifikationen beraten worden. Das Anerkennungsgesetz gibt vor, welche Abschlüsse für die Ausübung des Berufs in Deutschland ausreichen

Kreis Herford. Kreisweit haben sich seit Jahresbeginn 137 Geflüchtete, vorwiegend aus Syrien, Iran und Irak, zu den beruflichen Qualifikationen, die sie in ihren Herkunftsländern erworben haben, beraten lassen. Daraus ergaben sich 181 Kontakte. Das teilt die gemeinnützige Gesellschaft für interkulturelle Bildungs- und Beratungsangebote, Mozaik, mit. Die Beratung wird durch das Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung" (IQ) finanziert, vom Integration Point der Bundesagentur für Arbeit vermittelt und von Mozaik durchgeführt. Flüchtlinge, die das Beratungsangebot in Anspruch genommen haben, sind zu 62 Prozent zwischen 25 und 40 Jahre alt, darunter zu 81 Prozent Männer, zu 19 Prozent Frauen. Weitere 18 Prozent der Personen sind zwischen 18 und 24 Jahren. 90 Prozent der Ratsuchenden sind 2015 in die Bundesrepublik Deutschland eingereist. Seit Anfang des Jahres werden im Kreis Herford geflüchtete Ratsuchende jeden Montag und Donnerstag von Mitarbeitern der Mozaik gGmbH in den Räumen des Integration Points Herford im Rahmen des IQ-NRW-Teilprojekts "IQ Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung für Geflüchtete in den Integration Points Herford/Minden" zu ihrer beruflichen Anerkennung beraten. Erste Erhebungen zeigen nach Informationen der Mozaik gGmbH, dass vorwiegend Ingenieure, Ärzte, Zahnärzte, Betriebswirte, Elektroniker, Informatiker, Architekten und Erzieher das Angebot in Anspruch genommen haben. Ihre Beratung erfolgt in Einzel- und Gruppengesprächen mehrsprachig auf Deutsch, Englisch, Arabisch, Persisch, Kurdisch und Türkisch. Die IQ Beratung dient der Klärung von Fragen zur beruflichen Anerkennung der im Ausland erworbenen Berufsqualifikationen und zur Qualifizierungsberatung nach dem Anerkennungsgesetz. Die Berater haben die Aufgabe, Flüchtlingen Wege aufzuzeigen, wie sie die vollständige Gleichwertigkeit ihres Berufsabschlusses in Deutschland herstellen können. Die Gemeinnützige Gesellschaft Mozaik gGmbH aus Bielefeld stellt zunächst ihre formellen und informellen Kompetenzen und Qualifizierungen fest. Sie prüft dann, ob die Anerkennung beruflicher Abschlüsse möglich ist oder welche Qualifizierungen dafür erforderlich sind. Die starke Einwanderung von Geflüchteten im Kreis Herford stelle alle Akteure vor große Herausforderungen, so die Mozaik gGmbH in ihrer Pressemitteilung. Aber wegen geänderter Zugangsvoraussetzungen für Flüchtlinge zum Ausbildungs- und Arbeitsmarkt würden sich auch neue Chancen für die nachhaltige Integration der Geflüchteten in den Arbeitsmarkt ergeben.

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