Ein Reisender liest den ausgehängten Fahrplan. - © picture alliance / dpa
Ein Reisender liest den ausgehängten Fahrplan. | © picture alliance / dpa

Bielefeld Neuer Bahn-Fahrplan online: Tickets werden durchschnittlich 1,9 Prozent teurer

Die Deutsche Bahn baut ihr Angebot auf stark nachgefragten Fernverkehrsstrecken aus. Der Service wird zum Teil verbessert

Franz Purucker

Bielefeld. Seit Dienstagmorgen ist der vom 11. Dezember an gültige Fahrplan der Bahn im Internet abrufbar. Auf einigen Strecken wird das Angebot erweitert: Zwischen Frankfurt, Köln und Brüssel zum Beispiel fahren künftig zwei zusätzliche ICE-Paare täglich. Auch abseits großer Städte gibt es vor allem frühmorgens, abends und zum Wochenende zusätzliche Verbindungen. Sparfüchse können wieder günstige Sparpreise ergattern – ab Dezember sogar für 180 Tage im Voraus. Besonders begehrt sind die 19- Euro-Tickets für Fahrten in der Weihnachtszeit. Mit dem Fahrplanwechsel gibt es einige Neuerungen im Bahnverkehr. Freies Internet für alle Bislang konnten nur Fahrgäste der 1. Klasse und Telekom-Kunden das Bord-WLAN in ICE-Zügen kostenfrei nutzen. Pünktlich zum Fahrplanwechsel wird das Internet für alle Reisenden kostenfrei. Dazu kooperiert die Bahn mit dem neuen Anbieter Icomera, der mit allen drei Mobilfunknetzbetreibern zusammenarbeitet. Bislang sorgte die Telekom für das Bord-WLAN. Flexpreis nach Reisetag Der Flexpreis (früher: Normalpreis) – also der Preis für spontane Fahrten, ohne sich auf einen bestimmten Zug festzulegen – schwankt künftig je nach Reisetag. An besonders begehrten Reisetagen, wie Freitag und Sonntag, ist dieser rund drei Prozent teuer, an Tagen mit weniger Andrang wiederum drei Prozent billiger. Das Konzept hatte die Bahn bereits auf einigen Strecken in Bayern ausprobiert und testet es nun auf Linien in ganz Deutschland. Betroffen sind nur Fernverkehrstickets. IC 2 auf allen Fahrten Auf der Strecke Köln-Bielefeld-Leipzig-Dresden werden sämtliche Intercity-Fahrten auf den neuen IC2-Zug umgestellt. Bereits seit September fahren einige Linien mit den neuen Zügen. Die Doppelstockwagen des Herstellers Bombardier sorgten in der Vergangenheit immer wieder für Probleme, weil sie während der Fahrten wankten und es oft Probleme mit den Türen gab. Besonders bitter: Der Halt Bad Oeynhausen fällt auf dieser IC-Linie komplett weg, weil die neuen Züge langsamer sind als die alten IC-Wagen. City-Night-Line endet Der Nachtzug der Deutschen Bahn (DB) von Köln über Bielefeld nach Warschau und Prag wird eingestellt. Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) übernehmen zahlreiche Nachtverbindungen der DB, beispielsweise von Hannover über Nürnberg und Passau nach Wien. Die Züge heißen jetzt Nightjet und führen zum Teil sogar Wagen zur Autobeförderung mit. Angekündigt wurden Sparpreise – vor allem für Familien. Tickets dafür sind auch bei der DB erhältlich. Die durch OWL verkehrenden City-Night-Line wollen die ÖBB aber nicht weiterführen. Zwischen Köln und Berlin will die DB stattdessen Nacht-ICs einführen: Der ehemalige CNL ist jetzt ein IC der weiterhin um 1:24 Uhr ab Bielefeld (Gütersloh: 1:10 Uhr) fährt, aber bereits in Berlin endet, statt in Warschau und Prag. Fernverkehr teurer Wie bereits angekündigt, erhöht die Bahn zum Fahrplanwechsel die Ticketpreise im Fernverkehr um 1,9 Prozent. Streckenzeitkarten steigen um 3,9 Prozent. Teurer wird auch die Ticket-Stornierung: Die Gebühr steigt von 17,50 Euro auf 19 Euro. Allerdings tüftelt die Bahn an einem neuen System: Testweise wurden in ausgewählten Berliner Reisezentren Fahrkarten verkauft, die kostenfrei storniert werden konnten, wenn der Kunde beim Umtausch einen Gutschein statt Bargeld akzeptiert. Bei einigen Fernbusanbietern ist diese Art der Stornierung üblich. Sparpreise länger Sogenannte Europa-Sparpreise werden künftig, wie bereits bei innerdeutschen Verbindungen üblich, bis kurz vor Abfahrt verkauft. Neu ist allerdings, dass die Bahncard nur noch auf dem Streckenabschnitt innerhalb Deutschlands anerkannt wird – nicht mehr im Ausland. Bislang gab es mit der Bahncard 25 „Europa-Spezial"-Tickets in angrenzende Eurostaaten ab 29,25 Euro.

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