Gemeinsamer Weg: Diebold-Boss Andy Mattes (links) und Wincor-Vorstandschef Eckhard Heidloff. - © Marc Köppelmann
Gemeinsamer Weg: Diebold-Boss Andy Mattes (links) und Wincor-Vorstandschef Eckhard Heidloff. | © Marc Köppelmann

Wirtschaft Wincor-Übernahme durch US-Konkurrent Diebold gelingt in letzter Minute

Der US-Konzern erhält von den Aktionären knapp die nötige Mehrheit für die Übernahme des Paderborner Konkurrenten Wincor Nixdorf

Andrea Frühauf

Paderborn/North Canton. Der Deal ist geglückt. Der Paderborner Geldautomatenhersteller Wincor Nixdorf wird amerikanisch. Einzig die Kartellbehörden müssen die Übernahme durch den US-Konzern Diebold noch absegnen. Im Sommer könnten die beiden Schwergewichte ihrer Branche operativ zusammenrücken und gemeinsam agieren, sagte Wincor-Sprecher Andreas Bruck in den USA. Nach einer Zitterpartie hat der US-Konzern kurz vor Ende der Annahmefrist sein Ziel doch noch knapp erreicht. Die Wincor-Aktionäre dienten nach ersten Berechnungen Diebold-Chef Andy Mattes 68,9 Prozent der Anteile zum Kauf an, wie Diebold mitteilte. Nötig waren mindestens 67,6 Prozent. Zusammen mit den Aktien im Wincor-Bestand erreicht Mattes nach vorläufigen Schätzungen 76,5 Prozent – nur geringfügig mehr als die Mindestquote von 75 Prozent. Mattes hatte angekündigt, der Deal werde platzen, falls diese Quote unterschritten werden sollte. Bruck betonte: „Wir treten derzeit noch in verschiedenen Projekten unverändert als Wettbewerber gegeneinander an und kämpfen in Deals." Erst wenn die Kartellbehörden die Übernahme billigten, erfolge der operative Zusammenschluss. „Auch wenn wir schon jetzt gemeinsam die nächsten Schritte planen", so Bruck. Auch die Aktionäre begrüßten die Übernahme: Die Wincor-Aktie schnellte gleich nach Bekanntwerden von 14.09 bis 15.14 Uhr steil um mehr als 20 Prozent auf 54 Euro in die Höhe und erreichte ein Zwei-Jahreshoch. Zum Handelsschluss lag die Aktie noch bei 53 Euro. Die Diebold-Aktien legten zum Handelsbeginn in New York um 6,8 Prozent zu. Gemeinsam wollen die Nummer zwei und drei der weltweiten Branche mit 4,8 Milliarden Euro Jahresumsatz und rund 25.000 Beschäftigen einen Konzern schmieden, der die Krise im Bankensektor stemmt und an die Nummer eins, NCR, heranrückt.

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