Die Nachfrage nach den umweltfreundlichen Elektrofahrzeugen soll angekurbelt werden. - © dpa
Die Nachfrage nach den umweltfreundlichen Elektrofahrzeugen soll angekurbelt werden. | © dpa

Wirtschaft Spritfresser sollen Prämie für E-Autos finanzieren

Umweltministerin Hendricks denkt an Schadstoff-Abgabe. Verkehrsminister Dobrindt will 15.000 neue Elektro-Ladesäulen in Deutschland aufstellen lassen

Viktoria Bartsch

Berlin/Bielefeld. Bei einem Neukauf von Autos mit hohem Spritverbrauch soll zukünftig eine Schadstoff-Abgabe gezahlt werden. Das ist die Idee von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks. Das Geld soll als Kaufprämie für Elektroautos dienen. Bei einem Porsche Cayenne etwa „könnten 1.000 Euro fällig werden", sagte die SPD-Politikerin. Die einmalige Abgabe könne als Umweltbeitrag mit 50 Euro bei einem Kohlendioxid-Ausstoß von 95 Gramm pro Kilometer anfangen, wie ihn kleinere Autos hätten. Als Alternative sei auch eine höhere Belastung von Diesel-Fahrern denkbar. Denn auch unter Berücksichtigung der höheren Kfz-Steuer zahlten die Halter deutliche weniger Steuern als Halter von Benzinfahrzeugen. Hendricks sagte, sie habe Verständnis dafür, dass Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) „Kaufanreize nicht aus dem Steuersäckel finanzieren will". Dieser hatte erklärt, es sei nicht Aufgabe des Staates, beim Absatz von Autos behilflich zu sein. ADAC "strikt gegen Subventionen" In der Bundesregierung wird über eine Kaufprämie oder andere finanzielle Anreize für Elektroautos diskutiert, um die Nachfrage nach den umweltfreundlichen Fahrzeugen anzukurbeln. Bis März wollen Regierung und Autoindustrie einen „gemeinsamen Handlungsrahmen" entwickeln, wie die Elektromobilität vorangebracht werden kann. „Wir sind strikt gegen Subventionen", sagte Ralf Collatz, Sprecher vom ADAC. „Wir wehren uns gegen eine einseitige Bevorzugung einer Antriebsart." Laut Kraftfahrt-Bundesamt waren Anfang 2015 in Deutschland rund 45 Millionen Autos angemeldet, darunter etwa 19.000 mit reinem Elektroantrieb. Gründe für die vergleichsweise geringe Anzahl an zugelassenen Elektroautos sieht Collatz unter anderem in höheren Anschaffungskosten und dem Mangel an Ladestationen. Bereits Anfang der Woche kritisierte auch Porsche-Chef Oliver Blume die Bundesregierung wegen fehlender E-Ladestationen: „Man kann nicht fordern, eine Million Elektrofahrzeuge im Land zu haben, ohne einen Beitrag für die Ladeinfrastruktur zu leisten." Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) erklärte nun 15.000 zusätzliche Elektro-Ladesäulen aufstellen lassen, um Käufern die Anschaffung eines Elektroautos schmackhaft zu machen. Die Bundesregierung verfolgt das Ziel, bis 2020 rund eine Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen zu bringen. Unterdessen plant Dobrindt per Zufallsprinzip den Schadstoffausstoß von Autos überprüfen zu lassen.

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