Gibt die Richtung vor: Andy Mattes (l.) wird der neue Chef von Diebold Nixdorf. Eckhard Heidloff wird „President". - © Marc Köppelmann
Gibt die Richtung vor: Andy Mattes (l.) wird der neue Chef von Diebold Nixdorf. Eckhard Heidloff wird „President". | © Marc Köppelmann

Paderborn Neuer Chef verspricht mehr Geld für Innovationen bei Diebold Nixdorf

Andy Mattes sieht großes Synergiepotenzial / Drei Geschäftsbereiche werden neu aufgeteilt

Andrea Frühauf

Paderborn. Die Aktionäre des Paderborner Geldautomatenherstellers Wincor Nixdorf werden in einigen Wochen das Übernahmeangebot des amerikanischen Konkurrenten Diebold erhalten. Nötig ist eine Mehrheit von 75 Prozent. „Wir rechnen damit, dass erst im Sommer alle erforderlichen Genehmigungen vorliegen", sagte der Diebold-Chef Andy Mattes (54) bei seinem Besuch in Paderborn. Die Börsenaufsichten und Kartellbehörden beider Länder müssen den Deal billigen. Das künftig in Frankfurt und in New York gelistete Börsenunternehmen Diebold Nixdorf mit Sitz in North Canton (US-Staat Ohio) wird der gebürtige Nürnberger Mattes (CEO) leiten. Der neue Konzern mit weltweit 25.000 Beschäftigten steigt dann mit einer Million installierten Geldautomaten weltweit zur Nummer eins auf – in der Branche sind es weltweit drei Millionen. „Geldautomaten sind heute nicht mehr monolithische Systeme, sondern bestehen aus unterschiedlichsten Komponenten", erläuterte Mattes. Daher werde sich die Integration im Produktbereich vor allem auf dieser Ebene vollziehen. „Wir können dann entscheiden, dass wir von einer Komponente (etwa dem Vereinzeler für Geldnoten) nur noch drei statt derzeit sieben im Konzern produzieren. Auch beim Komponenten-Zukauf bei Zulieferern kann es Konsolidierungen geben." Mattes betonte: „Ziel ist, bei Software und Service eine führende Position einzunehmen." Denn die Zahl der Geldautomaten werde stabil bleiben, aber nicht wachsen, betonte Eckard Heidloff (59), Chef von Wincor Nixdorf, der künftig als Präsident eine führende Rolle im operativen Geschäft übernehmen soll. Heidloff: „Unser Geschäft wächst durch die Automatisierung über modernste Hardware in den Banken in Industrieländern. Da sie immer mehr Vertriebskanäle bedienen wollen, wächst auch die Nachfrage nach Software." Mattes verhieß: „Mit dem Zusammenschluss haben wir die Riesenchance, aus zwei Unternehmen ein globales Innovationspowerhaus zu bauen, das rechts und links vom Atlantik gleich stark vertreten sein wird." Er sieht großes Synergiepotenzial: „Wir müssen nicht mehr zweimal dasselbe entwickeln." Damit könne ein großer Teil der Basisentwicklungskosten gespart und für Innovationen genutzt werden. So werde Diebold Nixdorf schneller, flexibler – und mehr Softwareentwickler brauchen. Die Übernahme werde sich nach zwei Jahren für Aktionäre positiv darstellen. Laut dem S-4-Dokument, das Diebold auf seiner Homepage veröffentlichte, wird der neue Konzern mit zwei Headquarters in Canton und Paderborn in drei Geschäftsbereiche aufgeteilt. Der Schwerpunkt für Hardware wird in Paderborn angesiedelt – unter Leitung des Wincor-Managers Ulrich Näher. Die Softwaresparte (Utrecht, Paderborn) leitet der Diebold-Manager Alan Kerr, den Service (Canton) verantwortet Wincor-Vorstand Olaf Heyden.

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