Bekannte Farben und Formen: In Zukunft sind Möbelstücke aus früheren Zeiten wieder angesagt. - © dpa
Bekannte Farben und Formen: In Zukunft sind Möbelstücke aus früheren Zeiten wieder angesagt. | © dpa

Köln Möbelmesse: Das sind die Trends für die eigenen vier Wände

Der Mid-Century-Stil holt Einrichtungsgegenstände der 40er, 50er und 60er Jahre zurück

Viktoria Bartsch

Köln. Auf der internationalen Einrichtungsmesse IMM Cologne und der Living Interiors, der Messe für Bad- und Raumkonzepte, werden Trends gesetzt. Ab Montag präsentieren sich rund 1.200 Unternehmen aus 50 Ländern auf dem Messegelände in Köln und zeigen, was in Zukunft in den eigenen vier Wänden angesagt ist. Ursula Geismann ist Trendexpertin des Verbandes der Deutschen Möbelindustrie, beobachtet den Markt seit vielen Jahren und weiß, was in der Saison 2016 angesagt ist: TEXTILER STILBRUCH Es wird bunt: Farben und Designs werden frei miteinander kombiniert. Streifen, Grafiken, Florales oder Ornamente – Farben und Muster sind bei Bezugsstoffen in der kommenden Saison vielfältig. Bei Stoffen spielt dazu auch das haptische Erleben eine wichtige Rolle, unabhängig davon, ob es sich um glatte, weiche oder reliefartige Stoffe handelt. NOSTALGIE-CHARAKTER Das Thema Nostalgie ist deshalb so beliebt, weil diese schlichten und auf ihre Funktion reduzierten Möbel an vergangene Zeiten erinnern und Sicherheit geben, so Geismann. „An die Retrospektive angelehntes Design hat immer dann Konjunktur, wenn Unsicherheiten zunehmen. Denn Retro-Design nimmt uns die Angst vor Geschwindigkeit, ist verlässlich wie ein guter alter Freund." Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Gartenmöbel, Betten oder Schränke handelt – das sogenannte Mid-Century-Design, also Entwürfe von den 40er bis zu den 60er Jahren, liegen absolut im Trend. Das wirkt sich auch auf die Möbelgröße aus, tendenziell sind die Möbel kleiner als früher. BAD UND KÜCHE Wohnbereiche verschmelzen immer stärker miteinander und auch beim Badezimmer und der Küche zeigt sich eine „ästhetische Annäherung", sagt Geismann. Elegante Möbelfronten, Materialkombinationen aus Holz, Glas und Stein als auch funktionale LED-Beleuchtung finden sich mittlerweile in beiden, der einst streng voneinander getrennten Bereiche wieder. KLEINERER WOHNRAUM Die Landflucht beeinflusst den Immobilienmarkt in Großstädten. In Zukunft wird dort verstärkt auf kleinerem Raum gewohnt, auch hierdurch werden Möbel kleiner und funktionaler. „Der Trend geht weg von den voluminösen Wohnlandschaften", sagt Geismann. Darüber hinaus werden Möbel leichter und handlicher. „GESÜNDER" WOHNEN Parallel wird auch „gesünder" gewohnt. Schon seit längerem wächst die Sensibilität für Umwelt und Gesundheit. Viele Kunden bevorzugen bereits ökologische Materialien. Heizungen und Leuchten werden energieeffizienter und Möbel ergonomisch optimiert. „Boxspringbetten sind beispielsweise so beliebt, weil sie höher sind und man leichter ein- und aussteigen kann", sagt die Trendexpertin. Ebenso werden höhenverstellbare Küchentheken, Schreibtische und Betten geboten, aber auch Wellness-Apps kommen, welche die Bewohner zu sportlichen Aktivitäten in den eigenen vier Wänden ermutigen. OFFENER GRUNDRISS Früher galt die Küche als klassischer Arbeitsbereich der Frau. Mit dem Wandel ihrer Rolle in der Gesellschaft hat sich auch die Raumaufteilung innerhalb der Wohnung verändert, so die Expertin. Heute verschmelzen Küche, Essbereich und Wohnzimmer zunehmend zu einer räumlichen Einheit. Parallel wird der klassische Kleiderschrank vermehrt aus dem Schlafzimmer verbannt und durch einen begehbaren Kleiderschrank mit mehr Stauraum ersetzt. Auch das Bad wird tendenziell größer und wächst zur Wellness-Oase heran. Gleichzeitig schrumpfen in Neubauten die Kinderzimmer. OUTDOOR-HOMING Balkon, Garten oder Terrasse – der Wohnraum draußen wird immer wichtiger. „Das Wohnzimmer verlagert sich nach draußen", sagt Geismann. Outdoormöbel sehen darum zukünftig aus wie Indoormöbel. Auch hier steht Gemütlichkeit im Fokus. Durch Accessoires wie Teppiche, Leuchten und Kissen kommt schnell Urlaubsfeeling auf dem eigenen Balkon auf. FLEXIBLE REGALE Zum Teil ohne Werkzeug können die aktuellen Regalmodule zusammengebaut und je nach Bedürfnissen und Wohnsituation angepasst werden. Ob als Sideboard oder im Altbau mit hohen Decken – Regalmodule sie sind flexibel, leicht erweiterbar und unkompliziert bei Umzügen.

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