Für börsennotierte Unternehmen aus OWL war 2015 ein Jahr der Extreme. - © Foto: dpa
Für börsennotierte Unternehmen aus OWL war 2015 ein Jahr der Extreme. | © Foto: dpa

Wirtschaft 2015: Ein Jahr der Extreme für börsennotierte Unternehmen aus OWL

Die Paragon-Aktie hat ihren Wert 2015 mehr als verdoppelt

Stefan Schelp

Bielefeld. Für die börsennotierten Unternehmen in OWL war 2015 ein Jahr der Extreme: Der Paderborner Autozulieferer Paragon AG ging mit einem Plus von gut 127 Prozent geradezu unter die Decke. Dagegen fristet die Gerry Weber AG mit einem Jahresminus von rund 62 Prozent ihr Dasein weiter im Tal der Tränen. Geradezu unspektakulär wirkt dagegen der Jahresgewinn des Aktienindexes Dax, der – auch dank der kräftigen Jahresend-Rally – rund zehn Prozent zulegte. Dabei gerät leicht aus dem Blick, dass die vergangenen zwölf Monate ein von starken Schwankungen geprägtes Börsenjahr waren: Zwischen dem Rekordhoch im April bei 12.390 Punkten und dem Jahrestief im September bei 9.325 Zählern liegen mehr als 3.000 Punkte. Auf Jahressicht haben RWE-Aktien inzwischen mehr als die Hälfte an Wert eingebüßt, bei Eon beträgt das Minus derzeit rund 38 Prozent. Damit sind die Energieriesen die größten Verlierer im Dax. PARAGON AG: + 129 PROZENT Der Aktienkurs des Autozulieferers aus Paderborn ist gerade auf ein neues Allzeithoch geklettert. Kein Wunder – der Vorstandsvorsitzende Klaus Dieter Frers hat Umsatz- und Gewinnerwartungen im zu Ende gehenden Jahr mehrfach nach oben korrigiert. Mit dem neu aufgelegten Sportwagen Artega als Elektro-Variante sorgte er für zusätzliches Aufsehen. Analysten gehen davon aus, dass die Paragon-Tochter Voltabox, die die Geschäfte rund um die Elektromobilität bündelt, immenses Wachstumspotenzial hat. DMG MORI AG: + 62 PROZENT Der Bielefelder Maschinenbauer DMG Mori profitierte im Jahr 2015 von der Übernahme durch den japanischen Mitbewerber Mori Seiki – zumindest was den Aktienkurs angeht. Zuletzt meldeten die Bielefelder zudem prall gefüllte Orderbücher und gaben sich trotz einiger Konjunktursorgen zuversichtlich. Für 2016 erwartet der Vorstandsvorsitzende Rüdiger Kapitza einen stabilen Auftragseingang und leicht steigende Umsätze. DÜRKOPP ADLER AG: + 49 PROZENT Die Aktionäre honorierten offenbar ein ordentliches Umsatzwachstum von 17 Prozent in den ersten neun Monaten, besonders gut lief das Geschäft Für Dürkopp Adler in den USA und Europa. SYMRISE AG: + 22 PROZENT Der Holzmindener Hersteller von Aromastoffen wird für seine Erfolgsgeschichte belohnt. In den ersten neun Monaten stieg der Umsatz um 29 Prozent auf 1,98 Milliarden Euro. WINCOR NIXDORF AG: + 15 PROZENT Über den Sommer erlebte der Kurs des Herstellers von Geldautomaten eine längere Durststrecke. Im Herbst kletterte der Kurs, angeschoben von sich verdichtenden Berichten über die bevorstehende Übernahme durch den amerikanischen Mitbewerber Diebold. Inzwischen ist die Übernahme offiziell. HELLA: + 10 PROZENT Der Automobilzulieferer aus Lippstadt hat sich im ersten Börsenjahr leidlich geschlagen. Analysten trauen der Aktie noch deutliche Steigerungen zu. WESTAG GETALIT AG: + 4 PROZENT Die Papiere des Bauzulieferers bewegten sich 2015 nur wenig – und spiegelten damit den Geschäftsverlauf wider, der nach den ersten neun Monaten auf Vorjahresniveau lag. BALDA AG: - 23 PROZENT Mit dem Kunststoffspezialisten beginnt die Abstiegszone. Der Kurs ging übers Jahr kräftig zurück, zuckte rund um die turbulente Hauptversammlung in der Höhe, um dann erneut abzustürzen. AHLERS AG: - 31 PROZENT Dem Herforder Modeunternehmen ist es nicht gelungen, sich dem Kriseln der Branche zu entziehen. Umsatz und Ergebnis gingen zurück. GERRY WEBER AG: - 62 PROZENT Das Haller Modeunternehmen ist im zu Ende gehenden Jahr schwer gebeutelt worden. Der Vorstand veröffentlichte Gewinnwarnungen, räumte ein, dass die Expansion zu schnell gegangen sei. Einige Geschäfte müssten geschlossen werden. Immerhin versichert Firmenchef Gerhard Weber, niemand müsse sich Sorgen machen um das Unternehmen. BÖRSENABGÄNGE Abschied genommen haben wir im zu Ende gehenden Jahr von der Ehlebracht AG, Syskoplan AG und Synaxon AG, die allesamt nicht mehr an der Börse gehandelt werden.

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