Westfälisch Genießen: Der Landgasthof Pappelkrug in Halle zeigt sich im neuen Gewand. - © Tobias Schreiner
Westfälisch Genießen: Der Landgasthof Pappelkrug in Halle zeigt sich im neuen Gewand. | © Tobias Schreiner

Westfälisch Genießen Frische ist das beste Rezept

Westfälisch Genießen (10) Der Landgasthof Pappelkrug in Halle zeigt sich im neuen Gewand

Matthias Bungeroth

Halle. Verführerisch bräunt das Forellenfilet auf offener Flamme in der schmiedeeisernen Pfanne. Dazu gibt es heute handgemachte Kartoffelpuffer, Wildkräutersalat und Schmand. "Man muss den Fisch in die kalte Pfanne geben", rät Küchenchef Jörg Haskenhoff. So nimmt der Fisch die Hitze überall an, wellt sich nicht und bräunt schön durch. Haskenhoff muss es wissen, ist er doch Meister seines Fachs und führt den traditionsreichen Betrieb im Haller Ortsteil Künsebeck gemeinsam mit seiner Frau Diana mit viel Leidenschaft und Herzblut. Das merkt man dem schmucken, frisch modernisierten Restaurant auch im Innenausbau an. Warme Farbtöne im Nougatbereich haben die Haskenhoffs auf die Wände bringen lassen, die Decken sind hell und mit einem raffinierten, indirekten LED-Leuchtensystem ausgestattet, das je nach Anlass farblich geändert werden kann. "Das hat eingeschlagen wie eine Bombe", berichtet Haskenhoff. Innmitten des Restaurants befindet sich ein Effektfeuerkamin, der mit Wasserdampf arbeitet und behagliche Atmosphäre verbreitet, dabei Stilmittel des modernen Designs verwendet. Ergebnis: Wo sonst in vielen Restaurants der Katzentisch ist, weil sich viele Gäste gerne in die Ecken des Raumes zurückziehen, ist heute "der beliebteste Platz", wie Haskenhoff schmunzelnd feststellt. Helle Eichenplatten auf den Tischen und dem Fußboden sowie eine handgearbeitete Altholzverkleidung an einer Wand geben dem Restaurant eine individuelle Note. "Essen ist ein Bedürfnis, Genießen ist eine Kunst", steht handgeschrieben auf einer Tafel, auf der ansonsten auch aktuelle Tagesangebote zu finden sind, die die Speisekarte des Pappelkrugs ergänzen. "Meine Urgroßeltern haben den Betrieb schon gegründet", erzählt Haskenhoff. Er selbst hatte das Haus zunächst fünf Jahre lang gepachtet, ehe es 2014 in sein Eigentum überging. Ein neues Konzept mit Gästehaus und Bistro wurde geschmiedet und umgesetzt. "Wir wollen so viel wie möglich aus der Region aufbereiten", sagt der Küchenchef. Klassiker wie die geschmorten Schweinebäckchen gehören ebenso zum Repertoire wie die gebratene Forelle, und - je nach Jahreszeit - Spargel und Wild. "Ich kaufe alles von Jägern der Region an", sagt Haskenhoff. Sauerbraten oder Filetsteaks sind von der Karte auch nicht mehr wegzudenken. Das Rezept der Frische kommt bei den Gästen des Mitgliedsbetriebs von "Westfälisch genießen" an, wie auch Diana Haskenhoff weiß. "Der Service ist mit viel Leidenschaft bereit", berichtet die gelernte Hotelfachfrau. Zum Betrieb gehört auch eine ebenfalls rundum modernisierte Deele, die von Gesellschaften genutzt werden kann, und eine Terrasse, die über eine riesige Markise verfügt (was in diesem Sommer an vielen Tagen besonders wichtig ist). Im November soll der Betrieb um ein kleines Hotel erweitert werden. Damit will der Landgasthof Pappelkrug vor allem die vielen Geschäftsreisenden ansprechen, die das gesamte Jahr über im Kreis Gütersloh unterwegs sind. Derweil richtet Jörg Haskenhoff die Forelle mit gekonnten Handgriffen mit Kartoffelpuffer, Kräutersalat und Schmand auf einem weißen Teller an. Der 33-Jährige nickt zufrieden. "So haben wir ziemlich schnell ein schönes Sommergericht hergestellt." Getreu dem selbstgesteckten Motto "Wo Ostwestfalen am liebsten is(s)t!". Rezept: Forellenfilet mit Kartoffelpuffer und Wildkräutersalat Zutaten für 4 Personen: 4 Forellenfilets, 20 g Mehl, 200 g rohe festkochende Kartoffeln, 200 g gekochte festkochende Kartoffeln, 1 Ei, 20 g Mehl, Salz, Pfeffer, Muskat, Löwenzahn, Melde, Girsch, Pimpernelle, Brunnenkresse, Gartenkresse, 1-2 Schalotten, 10 ml Weißen Balsamico-Essig, 15 ml Geflügelbrühe, 15 ml Pflanzenöl, 15 ml Olivenöl, frischer Thymian, Zucker, Honig, 150 g Schmand, 30 g krause Petersilie, 15 g Kerbel, 5 g Thymian, 15 g glatte Petersilie, 1 Spritzer Zitronensaft und Chili. Zubereitung: Die Kartoffeln reiben. Alle anderen Zutaten für den Reibekuchen dazugeben. Alles miteinander vermengen. Mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen. In einer Pfanne langsam goldbraun braten. Die Kräuter für den Schmand feinhacken und unter den Schmand geben. Mit Salz und Pfeffer würzen und mit etwas Zitronensaft verfeinern. Für das Dressing die Schalotten fein würfeln. Essig mit Brühe, Salz, Honig und Zucker verrühren, bis sich Zucker und Salz aufgelöst haben. Die Öle langsam unter ständigem Rühren hinzugeben, bis das Dressing emulgiert. Mit Pfeffer und gehacktem Thymian abschmecken. Die Forellen auf der Hautseite mit Mehl bestäuben und in einer Pfanne bei mittlerer Hitze auf der Hautseite zuerst goldbraun braten. Die Wildkräuter mit dem Dressing marinieren. Gegebenenfalls noch einmal mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken. Den Reibekuchen in der Mitte des Tellers anrichten. Den Wildkräutersalat auf den Reibekuchen geben. Die Forelle darauf legen. Den Schmand in kleinen Tropfen drum herum verteilen.

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