Mit frischen Ideen: Besitzer Franz Spieker macht es Spaß, Neues auszuprobieren. - © Marc Köppelmann
Mit frischen Ideen: Besitzer Franz Spieker macht es Spaß, Neues auszuprobieren. | © Marc Köppelmann

Westfälisch Genießen Gasthaus Spieker: Ein Hauch von Internationalität in der klassischen ostwestfälischen Küche

Gasthaus Spieker in Hövelhof setzt auf neue Ideen in der klassischen Küche

Anna Steinmeier
Einladend: Der Innenraum des Gasthauses. - © Marc Köppelmann
Einladend: Der Innenraum des Gasthauses. | © Marc Köppelmann

Hövelhof. Wenn man wissen möchte, wofür das Gasthaus Spieker steht, sollte man einen Rundgang durch das Gebäude machen. Jeder Raum hat ein Thema und steht für eine Ära in dem Gastronomiebetrieb, den die Familie Spieker nun seit drei Generationen führt. Trotzdem legt Besitzer Franz Spieker, der das Gasthaus gemeinsam mit seiner Schwester Beate Spieker führt, Wert darauf, dass das Gasthaus keineswegs altbacken ist. Mit internationalen Ideen aus Chicago und Tel Aviv und ostwestfälischen Spezialitäten bietet es eine kulinarische Vielfalt in Riege.

Den Durchgang beginnt man am besten in der Weinbar. Die Wände sind dunkelrot. Der Boden ist noch aus der Zeit, als die Eltern von Franz und Beate Spieker das Gasthaus führten, wie davor die Großeltern. Diese richteten vor über 80 Jahren eine Kneipe ein und einen Kolonialwarenladen, der heutzutage immer noch als Supermarkt gegenüber im Besitz der Familie Spieker ist. Franz Spieker zeigt auf einige Bilder an der Wand: "Das sind typische Szenen aus dem Kneipenbetrieb, auf den mein Vater viel Wert legte."

Information

Rezept

Rosa gegarter Rehrücken

Zutaten: Wildgewürzmischung (60 g Pfefferkörner, 120 g Pimentkörner, 60 g Wacholderbeeren, 30 g Kümmel und 150 g Koriander), 1 kg Rehrücken, 100 g Nussbutter sowie Salz und Pfeffer.

Zubereitung: Gewürze in einer Pfanne kurz erhitzen und abkühlen lassen. Backofen auf 90 Grad Celsius vorheizen. Den Rehrücken in der Gewürzmischung wälzen und kurz in Butter braten. Im Backofen auf 58 Grad Kerntemperatur garen und circa fünf Minuten ruhen lassen. Dann wieder im 58 Grad heißen Ofen mindestens 30 Minuten ruhen lassen. Zum Schluss das Fleisch in der Nussbutter schwenken und mit Salz und Pfeffer würzen.

Dazu empfiehlt der Gasthof Spieker Spitzkohl und Süßkartoffelpüree.


Familienunternehmen: Frank Spieker und seine Schwester Beate leiten das Restaurant. - © Marc Köppelmann
Familienunternehmen: Frank Spieker und seine Schwester Beate leiten das Restaurant. | © Marc Köppelmann

Spieker hingegen setzt seinen Schwerpunkt anders. Nach Zwischenstopps in München, Chicago und auf Mallorca zog es ihn zurück ins heimische Hövelhof-Riege. Hier baute er mit der Zeit die Kneipe zu einem Restaurant aus, wo er nach eigenen Angaben westfälische Spezialitäten mit einem mediterranen Einfluss auftischt. Gerne auch bei großen Familienfeiern, die in Ostwestfalen eine lange Tradition haben. Gerade wird der große Saal für eine Hochzeit hergerichtet. Es ist alles sehr romantisch und klassisch.

Livecooking oder klassisches Büfett

Doch die Spiekers bieten mehr als das: "Wir können auch moderne Feiern wie Cocktailpartys veranstalten, bei denen alles sehr gradlinig und cool ist. Dann gibt es die Suppen zum Beispiel im Ramazottiglas." Auch Livecooking wird bei den Feiern immer beliebter. Dabei wird das Essen direkt vor den Augen der Gäste am Büfett zubereitet. "Wenn man die Wahl hat zwischen dem klassischen Büfett aus Behältern zum Warmhalten oder einer Zubereitung direkt vor einem, dann können Sie sich vorstellen, was die Leute mehr begeistert", so Spieker.

Wer dem Feiertrubel für ein paar Minuten entgehen möchte, kann durch den gasthauseigenen Hochzeitsgarten schweifen oder im Biergarten Platz nehmen. Obwohl Spieker anmerkt, dass der Biergarten eher schon Restaurantcharakter hat. Hier kann der Gast auch ein echtes Stück deutsche Geschichte bewundern: Direkt an der verkehrsberuhigten Straße steht ein Teil der Berliner Mauer, ein Geschenk eines in Hövelhof ansässigen Geschäftsmanns.

Franz Spieker ist sich sicher, dass das Gasthaus Spieker für jeden etwas bietet. Nur eine Sache lässt ihn regelmäßig schmunzeln: "Obwohl wir am Europa-Radweg 1 liegen, kommen nur wenige Radfahrer zu uns." Dafür aber viele Gäste, die eine längere Anfahrt in Kauf nehmen. Darunter auch viele Jüngere aus den umliegenden Ballungszentren.

Spieker ist der Meinung, dass die Menschen heutzutage eher bereit sind, für gutes Essen etwas weiter zu fahren. Die legere Atmosphäre und die Architektur des Restaurants tragen dazu bei. "Bei uns finden sich 60-Jährige wie auch 25-Jährige zurecht. Der Stil des Wohlfühlens setzt sich immer mehr durch. Bei uns trägt man kein Sakko", so Spieker.

Aufgeschlossen für neue Ideen

Damit bei zu viel Wohlfühlen keine Langeweile aufkommt, probiert Franz Spieker immer wieder Neues aus. "Ich hatte nie das Gefühl, hier etwas nicht machen zu können, weil wir hier in einer sehr ländlichen Region sind. Die Leute sind sehr aufgeschlossen für neue Dinge." So veranstaltete er in Anlehnung an seine Zeit in den USA Thanksgiving-Abende. Jedes Jahr zur Weihnachtszeit gibt es besondere Heftchen, die neben dem kulinarischen Angebot für die Saison auch immer ein bestimmtes Thema haben, das jährlich wechselt.

In Zusammenarbeit mit einer Grafikerin, die vor Ort aufgewachsen ist, werden sie in den unterschiedlichsten Varianten fast schon zu einem Sammelobjekt. Das Thema für diese Weihnachtssaison steht aber noch nicht fest, sagt Franz Spieker. Eins ist allerdings sicher: Langweilig und eintönig wird es bestimmt nicht.

Das Gasthaus hat noch bis zum 31. Juli Betriebsferien und freut sich dann wieder auf seine Gäste.

Alle Serienteile auf einem Blick auf unserer interaktiven Karte:

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