Verhindert schwere Krankheiten: Der kleine Piks beim Kinderarzt schützt Jungen und Mädchen vor Diphtherie und Co. - © picture alliance / Sebastian Gollnow/dpa
Verhindert schwere Krankheiten: Der kleine Piks beim Kinderarzt schützt Jungen und Mädchen vor Diphtherie und Co. | © picture alliance / Sebastian Gollnow/dpa

Bielefeld Impfschutz wird vor allem in Kitas verstärkt

Neues Gesetz: Kindertageseinrichtungen sollen den Gesundheitsämtern melden, wenn Eltern keinen Beratungsnachweis erbringen. Die Bundesregierung führt jedoch keine Impfpflicht ein – noch nicht

Martin Fröhlich

Bielefeld. Es ist eine der großen Debatten der Medizin von heute: Brauchen wir Impfungen und wenn ja, welche? Die Zahl der Impfungen, die von der Ständigen Impf-Kommission (STIKO) beim Robert-Koch-Institut für Kinder empfohlen werden, ist hoch. Rund ein Dutzend Krankheiten wie Diphtherie, Tetanus, Kinderlähmung, Keuchhusten, Masern, Mumps und Röteln sollen dem Nachwuchs durch den Piks in den Arm erspart bleiben.

Was jahrzehntelang eher unumstritten war, erfährt in jüngster Zeit zunehmend Kritik. Mögliche Nebenwirkungen der Impfungen, die Macht der Hersteller und die Frage nach der noch existierenden Ansteckungsgefahr spielen eine Rolle.
Ärzte und Bundesregierung sind sich einig in ihrem Kampf um einen Impfschutz für die Bevölkerung.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) betont: „Impfungen gehören zu den wirksamsten Mitteln, um gefährlichen Infektionskrankheiten vorzubeugen und unsere Gesundheit und die unserer Mitmenschen zu schützen." Vor einer Impfpflicht schreckt das Ministerium noch zurück. Allerdings gilt inzwischen, dass ungeimpfte Kinder und Erwachsene zeitweise vom Besuch einer Kita oder Schule ausgeschlossen werden können. Konkret läuft das so ab: Eltern sind verpflichtet, bei Kitaeintritt einen Nachweis über eine Impfberatung vorzulegen.

Mit dem 2017 in Kraft getretenen Gesetz zur Modernisierung der epidemiologischen Überwachung übertragbarer Krankheiten wurden die Kitas verpflichtet, das Gesundheitsamt zu benachrichtigen, wenn die Eltern den Nachweis nicht vorlegen. Das Amt lädt die Eltern dann zu einer Beratung ein. Wer sich weigert, den Beratungsnachweis vorzulegen, dem drohen Bußgelder in Höhe von bis zu 2.500 Euro.

So will man etwa verhindern, dass Masern oder Mumps in größerem Umfang ausbrechen. „Wir müssen die Wirkung dieser Maßnahmen sehr genau beobachten, denn die Impflücken sind in Deutschland noch immer zu groß", sagt Minister Gröhe.
Außerdem dürfen ungeimpfte Bewerber in Gesundheitseinrichtungen abgelehnt werden, ungeimpftes Gesundheitspersonal soll versetzt werden, um Patienten besser zu schützen. Das Gesetz stellt zudem klar, dass künftig alle Ärzte impfen können sollen, zum Beispiel auch Betriebsärzte.

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