Unfälle können immer passieren. Welche Versicherungen lohnen sich - und welche nicht? - © picture alliance/Bildagentur-online
Unfälle können immer passieren. Welche Versicherungen lohnen sich - und welche nicht? | © picture alliance/Bildagentur-online

Themenwoche Sicherheit Welche Versicherungen sinnvoll sind - und welche nicht

Julia Gesemann

Bielefeld. Wer richtig versichert ist, spart viel Geld. „Es gibt viele schöne Versicherungen", sagt Philipp Opfermann von der Verbraucherzentrale. Die Auswahl hängt aber stark von der individuellen Lebenssituation ab. Ein Überblick.

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„Es gibt zwei Policen, die jeder haben muss: die Krankenversicherung – die ist Pflicht – und die private Haftpflichtversicherung", sagt Opfermann. Laut einer Erhebung des Statistischen Bundesamtes verzichten jedoch rund 15 Prozent der deutschen Haushalte auf letztere. „Das ist fahrlässig", sagt Opfermann: „Denn vor großen Schäden kann man sich selbst kaum finanziell schützen."

Beispiel: Verursacht man als Fußgänger oder Radfahrer einen Unfall und es kommen Personen zu Schaden, wird es schnell unbezahlbar. „Eine Haftpflichtversicherung hingegen kostet vielleicht 60 bis 100 Euro im Jahr."

Wichtig: Die Versicherungssumme muss stimmen. „Wählen Sie ruhig 10 oder mehr Millionen Euro, das ist nicht verkehrt." Denjenigen, die arbeiten, empfiehlt Opfermann eine Absicherung, am besten in Form einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Bei Krankheit oder Unfall schützt sie vor finanziellen Folgen. Bei der Risikolebensversicherung kommt es hingegen auf den individuellen Bedarf an.

„Muss ich im Todesfall keine Angehörigen absichern, brauche ich keine", so Opfermann. Für Menschen mit Familie sei sie aber wichtig. „Man sollte sich auch ausreichend hoch versichern. Nicht nur den Hauptverdiener, sondern im besten Fall beide Elternteile."

Wichtig ist auch die Hausratversicherung – und dabei die passende Versicherungssumme. Nicht einfach, da sich der Wert des Hausrates mit jeder Neuanschaffung ändert. Deshalb arbeiten Versicherer mit Pauschalsummen pro Quadratmeter. „Also muss die Wohnungsgröße richtig angegeben werden." Und selbst grobe Fahrlässigkeit kann mitversichert werden. „Heißt: Vergesse ich, die Kerzen auf dem Adventskranz auszublasen und das Wohnzimmer geht in Flammen auf, habe ich so gegebenenfalls trotz grober Fahrlässigkeit einen Versicherungsschutz."

Unnötig

„Eine Versicherung ist sinnvoll, wenn man Risiken nicht selbst tragen kann", sagt Opfermann. „Entsprechend gibt es Policen, die man nicht braucht." Eine Handy- oder Brillenversicherung etwa. Sie decken kein existenzielles Risiko ab. „Und der Schutz ist oft lückenhaft."

Auch eine Reisegepäckversicherung ist eher unnötig. Und eine Sterbegeldversicherung „ist in der Regel ein sehr teures Produkt. Legen Sie das Geld für die Bestattung lieber selbst zur Seite".

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