Tanja Beller vom Bankenverband. - © Bundesverband der Banken
Tanja Beller vom Bankenverband. | © Bundesverband der Banken

Finanzen Tipps zum Sparen: "Setzen Sie nicht alles auf eine Karte"

Was müssen Sparer bei Geldanlagen beachten? Und: Wie lege ich mein Geld möglichst risikofrei an? Tanja Beller vom Bundesverband der Banken gibt wertvolle Tipps.

Julia Gesemann

Frau Beller, was müssen Sparer bei Geldanlagen beachten?
Tanja Beller: Sicherheit und Rentabilität sind leider nicht ohne Kompromisse miteinander vereinbar. Wollen sie ein möglichst hohes Maß an Sicherheit erreichen, müssen Sparer eine niedrigere (bis zurzeit gar keine) Rendite in Kauf nehmen. Umgekehrt sind höhere Renditechancen auch immer mit höheren Risiken verbunden. Deshalb müssen Kunden sich über ihre eigene Risikobereitschaft im Klaren sein.

Wie wichtig ist der individuelle Anlagehorizont?
Beller: Grundsätzlich macht es einen Unterschied, ob Sie ihr Geld kurzfristig – zum Beispiel bis zu einem Jahr – oder langfristig für den Vermögensaufbau oder die private Altersvorsorge anlegen wollen. So sollte man nur Geld in Aktien anlegen, das langfristig investiert werden kann. Die Erfahrung zeigt, dass Aktienanlagen auf lange Sicht überdurchschnittliche Renditechancen bieten. Wer Geld investiert, das er zu einem nahen Zeitpunkt wieder benötigt, geht ein großes Risiko ein, er muss mit starken Wertschwankungen rechnen. Anleger müssen deshalb neben einer gewissen Risikobereitschaft auch Zeit mitbringen, damit eventuelle Kurstiefs „ausgesessen" werden können.

Wie kann ich mein Geld möglichst risikofrei anlegen?

Beller: Um das Risiko zu senken, ist es besser, nicht alles auf eine Karte zu setzen, also Anlageformen zu mischen. Es gilt die Faustregel: Je größer das Vermögen und je unterschiedlicher die Anlageziele, umso breiter muss das Vermögen gestreut sein. Als risikofreie Produkte gelten verzinsliche Anlageformen wie Tagesgelder, Sparprodukte – unter Berücksichtigung der jeweiligen Einlagensicherung – oder auch Bundeswertpapiere. Allerdings bekommen Sie in dem aktuell historischen Zinstief nahezu keine Zinsen. Deshalb sollten Anleger darüber nachdenken, ob sie bereit sind, für gewisse Renditechancen auch in Aktien zu investieren.

Wie kann ich sicher sein, dass eine Anlageoption seriös ist?
Beller: Anleger sollten deutliche Warnsignale beachten: Obwohl gesetzlich verboten, knüpfen viele unseriöse Anbieter erste Kontakte per Telefon und machen unrealistische Gewinnversprechen. Lassen Sie sich nicht darauf ein. Nicht selten werden Anleger auch unter Zeitdruck gesetzt. Vor einer Investition sollte man sich aber immer Zeit nehmen, um Anbieter und Produkt genau zu prüfen. Banken und sonstige Finanzdienstleister sind gesetzlich verpflichtet, ihre Kunden über die Risiken der empfohlenen Produkte aufzuklären. Lassen Sie sich bei unbekannten Anbietern die Allgemeinen Geschäftsbedingungen zeigen und achten Sie auf Haftungsbeschränkungen durch die Gesellschaftsform. Haben Vertragspartner ihren Firmensitz in exotischen Ländern, sollten Sie hellhörig werden, denn im Schadensfall sind rechtliche Ansprüche nur schwer durchzusetzen.

Links zum Thema
Alle Infos zum Thema Sicherheit finden Sie auf unserer Themenseite.

Copyright © Neue Westfälische 2017
Texte und Fotos von nw.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.

Kommentar abschicken
realisiert durch evolver group