Das sogenannte Betongold erfreut sich bei der Vermögensanlage großer Beliebtheit. - © Getty
Das sogenannte Betongold erfreut sich bei der Vermögensanlage großer Beliebtheit. | © Getty

Immobilien Wie sicher sind Immobilien als Wertanlage wirklich?

Häuser und Wohnungen sind gefragt, weil sie im Vergleich zu anderen Anlageformen eine deutlich höhere Rendite versprechen

Julia Gesemann

Bielefeld. Die Immobilie ist eine der beliebtesten Kapitalanlageformen der Deutschen – vor allem in Zeiten von Niedrigzinsen. „Sinken die Zinsen, steigen die Preise – und umgekehrt", fasst Michael Voigtländer zusammen. Er ist Experte für Finanz- und Immobilienmärkte am Institut der deutschen Wirtschaft in Köln.

„Bei den Immobilien haben wir in den vergangenen Jahren eine relativ starke Preisentwicklungen erlebt. Aber die Preise sind weniger stark gestiegen als die Zinsen gefallen sind, das macht Immobilien so attraktiv." Sowohl für Vermieter als auch für Selbstnutzer.

Sicherheit

Doch wie sicher ist die Kapitalanlage in Immobilien? „Sicherer als der Aktienkauf, aber unsicherer als Festzinsgelder oder Rentenpapiere", sagt Voigtländer. Doch der Erfolg hänge auch immer davon ab, wo der Anleger investiere. „Es gibt nicht den einen Immobilienmarkt, sondern starke regionale Unterschiede."

Beispiel: Eine Wohnung in einer deutschen Großstadt wie Hamburg, München oder Berlin, die der Anleger vernünftig durch Mieterträge finanziert bekommt, sei ein sicheres Investment mit geringen Risiken. „Städte sind deshalb auch so beliebt als Investitionsziele, weil alle Prognosen sagen, dass das Wohnen dort weiterhin stark nachgefragt sein wird – und so die Wohneigentumspreise steigen", sagt Voigtländer.

Dadurch gebe es eine größere Chance, eine Immobilie später wieder verkaufen zu können, und dass die Mieten steigen. Um eine größtmögliche Sicherheit zu erzielen, sollten Sparer ihr Geld streuen – und „nicht nur auf Immobilien setzen, sondern mehrere Anlageformen wählen".

Risiken

Ob sich ein Investment in Immobilien auszahlt, hängt also stark von deren Lage, aber auch von deren Entwicklung ab. Riskant ist laut des Experten die Investition in ländlichen Regionen. „Aufgrund der demografischen Entwicklung besteht dort die Gefahr der Wertminderung." Möchte man vermieten, sind Investitionen in Regionen mit einer geringen Arbeitslosigkeit und einer möglichst durchschnittlichen Mietpreislage empfehlenswert.

Die Chance auf Vermietung sind dort langfristig höher als in besonders attraktiven Lagen mit hohen Mietpreisen. „Bei vermieteten Objekten gibt es aber ein großes Leerstandsrisiko, das ich bei Selbstnutzung nicht habe", so Voigtländer. Allgemein würden momentan viele Objekte überteuert angeboten. „Das sollten Anleger beachten."

Anlageform

Nicht jeder möchte und kann sein ganzes Geld in ein Haus oder eine Wohnung stecken. Wer Immobilien nur als Beimischung für sein Depot nutzen möchte, kann zu offenen Immobilienfonds greifen. „Anleger haben 2016 knapp sieben Milliarden Euro neue Gelder in offenen Immobilienfonds angelegt", sagt ein Sprecher des Fondsverbandes BVI. Die Fonds halten in der Regel viele Objekte in verschiedenen Städten, Regionen und Ländern. Vorteil: „Kleinanleger können ihr Geld diversifiziert anlegen", so Voigtländer.

Sie sind nicht nur von der Entwicklung eines Objektes abhängig, sondern investieren in sehr viele Immobilien, wodurch sich die Risiken besser streuen. Und dank der niedrigen finanziellen Hürden können viele Anleger kontinuierlich und aktiv sparen. Nachteil: „Die Verwaltungskosten sind relativ hoch und man ist eine Zeit lang gebunden." Im Vergleich zu Fonds seien Investitionen in Immobilien für viele interessanter, weil diese real seien. „Dann muss aber genügend Eigenkapital vorhanden sein." Egal für welche Anlageform man sich entscheidet: Immobilien gewinnen nur langsam an Wert. „Deshalb sollte man sein Geld langfristig anlegen."

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