Rechtskräftig verurteilt: Oskar Gröning wurde der Beihilfe zum Mord in 300.000 Fällen für schuldig befunden. - © dpa
Rechtskräftig verurteilt: Oskar Gröning wurde der Beihilfe zum Mord in 300.000 Fällen für schuldig befunden. | © dpa

Detmold BGH-Urteil gegen lippischen Ex-SS-Mann lässt auf sich warten

Bundesgerichtshof bestätigt Entscheidung gegen Oskar Gröning / Detmolder Fall noch offen

Dirk-Ulrich Brüggemann

Detmold/Lüneburg. Während das Urteil gegen den 95-jährigen früheren SS-Sanitäter Oskar Gröning aus Lüneburg jetzt rechtskräftig ist, liegt eine Entscheidung des Bundesgerichtshofes über das Urteil des 94-jährigen Ex-SS-Wachmanns Reinhold Hanning aus Lage noch nicht vor. Hanning war vom Landgericht Detmold wegen Beihilfe zum Mord an mindestens 170.000 Menschen im Vernichtungslager Auschwitz zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Gegen das Urteil hatten Verteidiger und einige Nebenkläger Revision eingelegt. Das Landgericht hatte die Revisionsanträge zur Generalbundesanwaltschaft nach Karlsruhe geschickt. Nach Prüfung gehen sie weiter an den Bundesgerichtshof. Dort sind sie bisher nicht eingegangen. Im Lüneburger Fall, bei dem Gröning wegen Beihilfe zum Mord im früheren Vernichtungslager Auschwitz in 300.000 Fällen zu vier Jahren Haft verurteilt wurde, hatte der Bundesgerichtshof (BGH) jetzt die Revisionsanträge zurückgewiesen. Mit dieser Entscheidung hat der BGH erstmals eine Verurteilung wegen Beihilfe zum Massenmord in KZ Auschwitz bestätigt. Der Ankläger im Detmolder Auschwitz-Prozess, Andreas Brendel, erhofft sich Signalwirkung von der BGH-Bestätigung des Urteils gegen den ehemaligen SS-Mann Oskar Gröning. Diese Entscheidung könne Auswirkungen auf das laufende Revisionsverfahren im Fall Hanning haben. „Das ist bahnbrechend", sagte Brendel.

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