OWL/Grohnde Rekord-Menschenkette um AKW Grohnde geplant

Protest am 2. Jahrestag der Fukushima-Katastrophe

Bielefeld (sim). Die Zahlen, mit denen ein breites Bündnis von Atomkraftgegnern für dieses Wochenende zum Protest aufruft, sind erschreckend: Noch in Hamburg, 170 Kilometer entfernt, wäre der radioaktive Niederschlag zu messen, sollte es im Atomkraftwerk Grohnde einen ähnlichen Unfall geben wie am 11. März 2011 im japanischen Fukushima. Etwa 40 Kilometer um Grohnde herum wäre das Gelände so verstrahlt, dass es eigentlich zur Sperrzone erklärt werden müsste. Innerhalb der Zone liegen OWL-Städte wie Lemgo, Höxter, Vlotho und Bad Salzuflen. Mit einer 380 Kilometer langen Menschenkette – den Veranstaltern zufolge die längste, die es in Deutschland je gab – soll am Samstag die fiktive "Sperrzone" markiert werden. Dekontaminationsstation in Bad Salzuflen, Sammelstellen für Atomflüchtlinge in Höxter, Barntrup, Steinheim, Blomberg und Lemgo: Die Organisatoren haben sich viel einfallen lassen, um "den Bürgern eine Art Evakuierungsszenario deutlich zu machen", wie Martin Sonnabend vom Vorstand der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) sagt: "Der Ring von Menschen soll zwei Gebiete voneinander abgrenzen: das Katastrophengebiet und das Gebiet außerhalb." Die "Regionalkonferenz AKW Grohnde abschalten" kritisiert, die Behörden seien nicht im Mindesten auf ein solches Szenario vorbereitet – die Katastrophenschutzpläne umfassten nur einen Radius von etwa 25 Kilometern um Grohnde herum. Sollte es im fast 30 Jahre alten Kraftwerk zu einem Unfall kommen, wäre der regionale Katastrophenschutz heillos überfordert, heißt es vom IPPNW. Grohnde 2013 Aktions- und Menschenkette: Auf der nachstehenden google-Karte finden Sie Kontakte und Sammelstellen. Grohnde 2013 Aktions- und Menschenkette auf einer größeren Karte anzeigen

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