Die 14 Wochen alte Hannah konnte der Tierschutzhof gerade erst erfolgreich vermitteln. - © FOTO: PFLEGESTELLE
Die 14 Wochen alte Hannah konnte der Tierschutzhof gerade erst erfolgreich vermitteln. | © FOTO: PFLEGESTELLE

Minden Tierheimleiterin verklagt den Kreis Minden-Lübbecke

Yvonne Henke sieht sich mit dubiosen Hundehändlern verglichen

Minden. Balu, das "sensible Colliejunge", sehnt sich nach Liebe und Streicheleinheiten. Hannah, das "aufgeweckte Hundebaby", sucht Fürsorge und Erziehung in einer lieben Familie. So oder ähnlich lauten die Texte zahlreicher Anzeigen auf der Internetseite des Tierschutzhofes "Collie und Co", der in der Nähe von Rahden (Kreis Minden-Lübbecke) seinen Sitz hat. "Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, einen Zufluchtsort für Hunde zu schaffen, die anderswo nicht mehr erwünscht sind", sagt Yvonne Henke, Leiterin der Einrichtung, die mit dem Zusatz "das etwas andere Tierheim" Werbung betreibt. Auch aus dem Ausland nehme man gelegentlich Vierbeiner auf, schließlich haben wir "Partnervereine in Griechenland und Bulgarien", sagt Henke. Sie fühlt sich in diesem Zusammenhang von den hiesigen Behörden jedoch ungerecht behandelt. Der Kreis Minden Lübbecke hat ihr das "gewerbsmäßige Handeln und Vermitteln von Hunden" verboten. Dagegen geht die Vereinsvorsitzende gerichtlich vor. Sie hat, wie ein Sprecher des Verwaltungsgerichts in Minden bestätigt, dort Klage gegen den Kreis erhoben. Während von der Behörde auf Anfrage wegen des laufenden Verfahrens keine Stellungnahme zu erhalten war, nahm Henke kein Blatt vor den Mund: "Wir lassen uns doch nicht mit dubiosen Hundehändlern auf eine Stufe stellen", sagt sie hellauf empört. Auch ihr Anwalt, Lars-Jürgen Weidemann aus Mülheim an der Ruhr, ist überzeugt davon, dass seine Mandantin nicht gewerbsmäßig handelt und auf Gewinnerzielung aus ist. Sicher vermittele ihr Tierheim gelegentlich Hunde an neue Besitzer. Und wenn diese im Gegenzug eine Spende leisten, dann werde das Geld zur Deckung der Tierheimkosten von etwa 3.000 Euro im Monat verwendet, beteuert Henke. "Wir sind gemeinnützig und haben gerade eine Prüfung des Finanzamts hinter uns", sagt sie. Anwalt Weidemann erläutert, dass sich bundesweit etliche Hundepflegestellen derzeit gerichtlich wehren, weil die Veterinärbehörden eine härtere Gangart eingelegt hätten. "Das ist eine ganz heiße Kiste", sagt der Anwalt. Veterinärmediziner aus OWL, die namentlich nicht genannt werden wollen, bestätigen dies. Man wolle vor allem den illegalen Handel mit Hunden aus dem Ausland eindämmen, sagen sie. Mit Hunden aus Deutschland, die von ihren Besitzern abgegeben wurden und dann in Tierheimen ausharren, gebe "es schon genug Probleme", sagt ein Veterinär. "Hundeleid kennt keine Grenzen", hält Henke dagegen. "Kalgo, "Kimbra", "Bremo" und "Bono" "warten noch in Bulgarien" heißt es auf ihrer Internetseite. Wie viele Hunde sie 2012 vermittelt hat? "Weniger als hundert" seien es auf jeden Fall gewesen.

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