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NRW Preise für Kaminholz stabil - private Lager noch voll

Buchenholz aus dem Staatswald kostet rund 50 Euro pro Festmeter

Aachen (lnw). Ofenbesitzer können bei stabilen Holzpreisen in Nordrhein-Westfalen ihre Lager füllen. Wer sein Buchenholz im Staatswald abholt und selbst spaltet, zahlt in ländlichen Gebieten für den Festmeter 50 Euro. In den Ballungsgebieten liege der Preis bei rund 55 Euro, teilte der Landesbetrieb Wald und Forst NRW mit. Nach Angaben von Forstämtern lag der Preis im vergangenen Jahr bei 50 bis 70 Euro, 2010 bei 50 Euro. Frisch geschlagenes Holz muss bis zum Verbrauch möglichst noch einige Jahre lagern. Fürs Brennholz würden nicht extra Bäume gefällt, beteuern die Forstleute. Nach dem vorigen Winter, der im Durchschnitt nicht sehr kalt war, ist die Nachfrage jetzt recht verhalten. "Es scheint so zu sein, dass die Händler noch Vorräte haben und viel Holz bei den Privatleuten in Hof und Garten sitzt", sagte der Sprecher des Landesbetriebs Walt und Forst, Christoph Grüner. Nach Angaben von Forstleuten kann der Preis für ofenfertige Holzscheite stark schwanken. Private Waldbauern verlangen demnach rund 60 Euro, das Forstamt der Stadt Dortmund bringt es für 100 Euro bis zur Haustür. Kunden in der Stadt brauchen - auch mangels Lagerplatz - Brennholz in kleinen Mengen. Sie heizten mit Holz eher der Gemütlichkeit wegen ein, meint der Dortmunder Forstamtsleiter Erwin Fischer. Der Brennholzverkauf sei für das Dortmunder Forstamt nur ein Nebengeschäft. Die Stadt Brilon im Sauerland mit dem größten Kommunalwald in Deutschland nimmt über den Brennholzverkauf rund 80.000 Euro im Jahr ein. Das Brennholzgeschäft sei auch für den Wald "äußerst gut", sagt der Leiter des Forstbetriebs, Gerrit Bub. Damit der Wald gesund bleibe, müsse er nachhaltig durchforstet werden: Gesunde Bäume mit starken Stämmen und Wurzeln könne ein Baum nur entwickeln, wenn er eine große Krone ausbilde. Dazu braucht er Platz. Schwächere Bäume werden gefällt. Bevor die Nachfrage nach Holz durch die Kaminöfen angekurbelt wurde, habe das Geld für eine gründliche Durchforstung gefehlt. Das Holz sei damals als billiges Industrieholz, etwa für die Palettenproduktion, verkauft worden. Mit den höheren Einkünften durch den Brennholzverkauf könne der Wald besser gepflegt werden. Durch das Abholzen verschlechtere sich die CO2-Bindung des Waldes nicht. "Der Baum, der stehenbleibt, kompensiert durch seinen Zuwachs den rausgenommenen Baum", sagte Bub. Die Feinstaubbelastung durch Kaminöfen sei ein anderes Thema. Da brauche man bessere Filter.

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