Ob der Rekord der Teilnehmer, die sich auf einem Radweg entlang der Bundesstraße 7 aufstellten, gültig ist, erfahren sie erst später. Eindrucksvoll war die lange Autoschlange mit ihren stolzen Besitzern auf jeden Fall. - © FOTO: THOMAS FUEST
Ob der Rekord der Teilnehmer, die sich auf einem Radweg entlang der Bundesstraße 7 aufstellten, gültig ist, erfahren sie erst später. Eindrucksvoll war die lange Autoschlange mit ihren stolzen Besitzern auf jeden Fall. | © FOTO: THOMAS FUEST

GERMETE Rekordverdächtiges Opel-Jubiläum

Internationales Treffen: Fans des Kadett A starten Weltrekordversuch in Germete

Germete. Wenn die alten Motoren ihrer Autos brummen, erst dann sind Oldtimer-Fans im siebten Himmel. Liebhaber eines ganz besonderen Modells kamen aus ganz Europa zusammen, um den 50. Geburtstags ihres Lieblings zu feiern: Opel Kadett A. 50 Fahrer, teilweise mit ihren Familien angereist, trafen sich in Germete, tauschten sich aus und erwiesen ihrem Lieblingsauto mit einem Weltrekordversuch die Ehre. Dazu galt es insgesamt 50 Fahrzeuge hintereinander in einer Reihe zu parken. "Wie man mir mitteilte, hat es eine derart lange Schlange von Opel Kadett A niemals zuvor gegeben", erklärt Organisator und Kadett-Fan Josef Engemann aus Germete. Das Ziel: Ein Eintrag in das Guinness-Buch der Rekorde. Dazu fuhren alle Teilnehmer mit ihren Autos in einer von der Warburger Polizei und Feuerwehr gesicherten Kolonne bis zur Bundesstraße 7. Zwischen Ossendorf und Warburg wurden die Oldtimer auf dem Fahrradweg in einer über 200 Meter langen Schlange geparkt. "Anschließend mussten wir alles filmen. Dieses Material wird nun von einem Rechtsanwalt bestätigt und geht dann zum Guinness-Büro nach England. Dort entscheiden die Verantwortlichen, ob der Rekord geglückt ist oder nicht", erklärte Josef Engemann das weitere Prozedere. Doch der Weltrekordversuch war den Opel-Fans noch nicht genug. Anschließend fuhren alle gemeinsam auf den Warburger Schützenplatz, wo sie ihre Autos zu einer riesigen 50 aufstellten. Die Warburger Feuerwehr half mit einer 30 Meter hohen Drehleiter aus, um das Schauspiel aus der Luft zu dokumentieren. "Besser geht es nicht", freute sich Engemann über den Erfolg des Treffens, das er vor 15 Jahren zum ersten Mal in Germete veranstaltete. "Alle Teilnehmer sind in der Alt-Opel-Interessengemeinschaft organisiert. Damals dachte ich, man könnte doch mal ein Treffen nur für die Kadett-A-Fahrer dieses Vereins veranstalten", berichtet der Pensionär. Dieses Treffen fand seither an immer wechselnden Orten in Deutschland und den Nachbarländern statt. Mit mehr als 50 Fahrzeugen ist es in diesem Jahr das größte seiner Geschichte. Den weitesten Anreiseweg mit 650 Kilometern hatte Josef Schuller, der extra aus Luzern in der Schweiz mit seinem Kadett anreiste. "Dieses Auto war sogar mal Hauptdarsteller in dem Schweizer Film ,Mein Name ist Eugen’ von 2002", erklärt er stolz. "Die Leidenschaft des Kadett A begründet jeder Fahrer anders. Für die meisten ist es das erste Auto, was sie besessen haben – oder der Vater. Es drückt für uns wie kein anderes Fahrzeug den Geist der 1960er Jahre und des deutschen Wirtschaftswunders aus", erklärt Stefan Dierkes aus Vaihingen nahe Stuttgart. "Das Fahrzeug ist für einen Oldtimer auch heute noch sehr günstig. Mit ein bisschen Geschick kann man alle Reparaturen selbst machen", so Dierkes weiter. Er ist mit einer echten Besonderheit angereist: "Mein Auto ist der weltweit einzige Spider, also ein spezieller Fahrzeugaufbau mit zwei Sitzen und Cabrio-Dach, auf einer Kadett-A-Karosserie. Er wurde 1964 auf dem Genfer Autosalon vorgestellt, ging allerdings nie in die Produktion."

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