NRW 6.000 Blitze bei schwerem Unwetter in NRW

Ostwestfalen kommt glimpflich davon

Düsseldorf (nw). Überflutete Fahrbahnen, vollgelaufene Keller, hochgespülte Gullydeckel: Das ist die vorläufige Bilanz nach dem schweren Unwetter in Nordrhein-Westfalen am Donnerstagabend. Der starke Regen und Sturmböen mit Windgeschwindigkeiten von fast 90 Stundenkilometern hatten landesweit zu mehreren hundert Polizei- und Feuerwehr-Einsätzen geführt. Bis zu 6.000 Blitze zählte der Wetterdienst Meteomedia innerhalb von zwei Stunden. Ein Meteorologe sprach von "richtig schweren Gewittern". Die Unwetterzone zog im Laufe der Nacht weiter in östliche Richtung. Es hat mancherorts so stark geregnet wie sonst in zwei Wochen. Ostwestfalen-Lippe kam dabei vergleichsweise glimpflich davon. Rund 50 Einsätze meldeten Polizei und Feuerwehr nach dem heftigen Gewitter. Besonders betroffen war der Kreis Lippe. Immer wieder mussten die Einsatz kräfte  zu Gefahrenstellen ausrücken, weil abgebrochene Äste und kleine abgeknickte Bäume als gefährliche Hindernisse auf der Straße lagen oder auf Fahrzeuge gefallen waren.   Etliche Straße standen kurzzeitig unter Wasser und waren aufgrund der Mengen und mitgeführten Schlammmassen schlecht oder zeitweise nicht befahrbar. Drei Blitzeinschläge in Wohnhäuser sorgten heute Morgen für Einsätze der Feuerwehren. Zudem gab es etliche Ampelausfälle, die aber nicht zu Unfällen führten. Im Detmolder Ortsteil Heidenoldendorf gab es einen sogenannten Kalteinschlag, der ohne weitere Folgen blieb. Im Lagenser Ortsteil Hörste schlug der Blitz in einen Dachstuhl ein und löste dadurch einen Brand aus. In Barntrup gab es ebenfalls einen Einschlag in ein Dach mit anschließendem Feuer. In Bielefeld schlug der Blitz in ein Haus ein und verursachte einen Brand. In Rheda-Wiedenbrück deckte laut WDR eine Windhose Dachziegel von mehreren Häusern ab. Im Kreis Höxter musste die Kreisstraße 39 zwischen Beller und Erkeln am Freitagmorgen ganz gesperrt werden, weil abgerutschtes und abgeschwemmtes Erdreich die Kreisstraße unpassierbar gemacht hatten.Am Flughafen Düsseldorf ging gar nichts In Voerde am Niederrhein traf ein Blitz einen Baum, der brennend auf das Dach eines frei stehenden Einfamilienhauses fiel. Dabei entstand ein Sachschaden von rund 100.000 Euro. Verletzt wurde niemand. Im Kreis Aachen kam es kurzzeitig zu Stromausfällen und technischen Defekten bei den Ampelanlagen. Fünf Fahrzeuge liefen in einer Senke voll Wasser. Auch auf den Autobahnen 40 bei Essen und 43 bei Münster standen am Donnerstagabend zeitweise die Fahrbahnen unter Wasser. Die Feuerwehr musste anrücken und die Fahrbahnen reinigen. Am größten Flughafen von Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf ging zeitweise nichts mehr. Die heftigen Gewitter erzwangen Verzögerungen bei Starts und Landungen. Zwei ankommende Flugzeuge wurden nach Köln umgeleitet.Fünf Tote bei Rockfestival in Belgien Ganz anders im benachbarten Belgien: Mindestens fünf Menschen kamen dort ums Leben, als ein Sturm über einem Rockfestival wütete. Das heftige Gewitter brachte Bühnen, Zelte, riesige Leinwände und Metallgerüste zum Einsturz. Das Unglück geschah während des beliebten Pukkelpop-Festivals bei Hasselt, zu dem vermutlich viele Fans aus Deutschland angereist waren. Mit dem Auto ist das Gelände etwa eine Stunde von Aachen entfernt. Wie haben Sie das Unwetter erlebt? Schreiben Sie uns Ihren Bericht, indem Sie nachstehende Kommentarfunktion nutzen.

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