Ab heute gilt nachts, am Wochenende und an Feiertagen bei Notrufen die Telefonnummer (0180) 5 0 44100. - © ARCHIVFOTO: DPA
Ab heute gilt nachts, am Wochenende und an Feiertagen bei Notrufen die Telefonnummer (0180) 5 0 44100. | © ARCHIVFOTO: DPA

OWL Zentrale Notrufnummer gilt ab heute

0180 50 44 100 von 18 Uhr bis 8 Uhr erreichbar

Dortmund. Für die niedergelassenen Ärzte in Westfalen-Lippe beginnt heute eine neue Zeitrechnung: Sie sind nicht länger verpflichtet, jederzeit für ihre Patienten erreichbar zu sein. Jeden Tag ab 18 Uhr bis zum nächsten Morgen um 8 Uhr, am Wochenende und an Feiertagen müssen Patienten sich im Notfall an die neue zentrale Rufnummer (0180) 50 44 100 wenden oder eine der 16 Notfalldienstpraxen in der Region aufsuchen. Neben dem Notfalldienst wird es drei fachgebundene Dienste geben: Einen augenärztlichen, einen fürHals- Nasen- und Ohrenbeschwerden und einen für Kinder und Jugendliche. An welche Arztpraxis sie sich wenden können, erfahren die Patienten ebenfalls über die zentrale Rufnummer. Neben den neuen Zeiten gibt es weitere Neuerungen, an die sich die Patienten werden gewöhnen müssen: Aus dem Festnetz kostet ein Anruf 14 Cent pro Minute, aus dem Handynetz höchsten 42 Cent pro Minute. Das, so Andreas Daniel, Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Westfalen-Lippe, sei "ein kleiner, nicht verzichtbarer Beitrag zu den neuen Kosten und den komfortableren Strukturen". In den KV-Bezirken Nordrhein, Berlin, Bayern und Schleswig-Holstein laufe das problemlos.Rettungsdienste weiter unter 112 zu erreichen Leider fallen auch seit vielen Jahren eingeführte Notfalldienst-Telefonnummern weg. Der Grund: Die neue bundesweit angestrebte Rufnummer 116 oder 117 einzuführen sei "ausgesprochen kompliziert". Das Projekt werde derzeit von der Bundesnetzagentur und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung vorangetrieben. Bei den Ärzten stößt die Reform nicht auf ungeteilte Zustimmung. Sie müssen mit 110 Euro pro Monat zur Finanzierung des Notfalldienstes beitragen. "Das ist aber immer noch sehr viel günstiger", sagt Daniel, "als sich für 1.000 Euro pro Wochenende vertreten zu lassen". Eines bleibt allerdings beim Alten: Bei lebensbedrohlichen Erkrankungen sind weiter die Rettungsdienste unter 112 zu erreichen.

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