Jan Z. (Name geändert) und Lokal-Betreiber Mir Mehdi Mazlumsaki (r.) zeigen das zerschlagene Frontglas eines Kühlschrankes. - © FOTO: STEFAN KOCH
Jan Z. (Name geändert) und Lokal-Betreiber Mir Mehdi Mazlumsaki (r.) zeigen das zerschlagene Frontglas eines Kühlschrankes. | © FOTO: STEFAN KOCH

MINDEN Überfall auf Hamburger Hof aufgeklärt

14 Rechtsextreme für Angriff verantwortlich

Minden (asa). Der Überfall auf die Gaststätte "Hamburger Hof" am Königswall in Minden ist weitestgehend aufgeklärt. Am Sonntag, 28. November, war eine Gruppe von neun schwarz gekleideten und maskierten Personen gegen zwei Uhr morgens in das meist von linken Jugendlichen besuchte Szenelokal marschiert. Die Eindringlinge begannen sofort, Einrichtungsgegenstände und Inventar zu beschädigen. Hocker wurden durch das Lokal geworfen und eine Glasscheibe zerbrochen. Dadurch entstand ein Gesamtschaden in vierstelliger Höhe. Zusätzlich riefen die Angreifer Parolen wie "Heil Hitler", "Sieg Heil" oder "Scheiß Ausländer" und zeigten den Hitlergruß. Ein farbiger, deutscher Staatsbürger erhielt nach der Frage, was das alles solle, einen Schlag ins Gesicht, wodurch er zu Boden ging und kurzfristig das Bewusstsein verlor. Zusätzlich wurde er mit einem Barhocker geschlagen. Er erlitt eine Platzwunde an der Unterlippe und eine Unterarmprellung.Gewalt zwischen linkem und rechtem Spektrum Zusammen mit der Kreispolizeibehörde Minden-Lübbecke identifizierte eine Ermittlungskommission des Staatsschutzes Bielefeld nun die neun direkt an dem Überfall beteiligten Personen sowie fünf Mittäter. Es handele sich überwiegend um Personen aus dem Umfeld der rechtsextremen Szene des Kreises Minden-Lübbecke, so die Polizei. Das Tatgeschehen selbst sei maßgeblich von zwei Haupttätern im Alter von 28 und 22 Jahren ausgegangen. Fast alle ermittelten Tatverdächtigen seien weitestgehend geständig. Die Ermittlungen ergaben, dass es sich um eine spontane Aktion gehandelt haben soll. Am Vorabend der Tat hatte es an einem rechten Treffpunkt nach einer abgesagten Musikveranstaltung eine Konfrontation mit Steinwürfen zwischen linken und rechten Aktivisten gegeben. Trotz der zunehmenden Gewalt zwischen links- und rechtsextremistischen Lagern seien solche Konfrontationen für Minden ungewöhnlich, so die Polizei. In OWL sei die Zahl rechts- und linksextremistischer Straftaten entgegen dem Bundestrend rückläufig.

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