PORTA WESTFALICA Zug-Chaos in OWL: ICEs können Unfallstellen langsam passieren

Nach Güterzug-Entgleisungen in Neubeckum und Vennebeck: Weiter Ersatzbusse für den Nahverkehr

Porta Westfalica (-sg-/bth/lnw). Nach einer weiteren Zugentgleisung am Mittwochnachmittag in Vennebeck (Kreis Minden Lübbecke) hat sich das Bahn-Chaos in Ostwestfalen zwischenzeitlich verschärft. Die Strecke zwischen Minden und Löhne war zeitweise komplett gesperrt. Gegen 19.30 Uhr erreichte der erste ICE wieder den Bahnhof Bielefeld. Am Morgen konnten Fernverkehrszüge die Unglücksstelle auf einem Gleis passieren. Auch an der Unfallstelle in Neubeckum, wo am Dienstag ein Güterzug entgleist war, ist ein Gleis für ICEs freigegeben. Am Donnerstagmorgen beläuft sich Verspätung auf der ICE-Strecke Köln-Berlin laut Bahn auf etwa eine Stunde. Die Bahn rechnet für Donnerstag nicht mehr mit extremen Verspätungen im Fernverkehr. "Wir haben vielleicht noch den ein oder anderen Ausreißer, aber das ist im Gegensatz zu gestern sehr erträglich", so ein Sprecher am Donnerstagmorgen. Im Nahverkehr werden weiter Ersatzbusse eingesetzt. Gegen 15.55 Uhr sind am Mittwoch nach Auskunft der Bahn etwa 1,5 Kilometer südlich des Bahnhofes von Porta Westfalica drei leere Kohlewagen eines 20-Wagen-Güterzuges entgleist. Dadurch wurde der Gleisoberbau auf 800 Metern Länge beschädigt. Betroffen sind Gleise Schotter und Schwellen. Wie es zu dem Unfall kommen konnte, ist bisher unklar. Ein Hilfszug aus Osnabrück wurde in Marsch gesetzt. So können die Züge des Nahverkehrs bis auf weiteres von Norden nur bis Minden und von Süden nur bis Löhne fahren. Zwischen den beiden Städten wurde ein Busverkehr eingerichtet. Die Fernzüge konnten ab 17.11 Uhr zumindest mit verlangsamter Fahrt auf einem von vier Gleisen die Unfallstelle passieren. "Das ist für uns sehr wichtig. Wir hätten sonst gar nicht gewusst, wo wir die Fahrgäste der Fernzüge in Löhne hätten unterbringen sollen", so ein Bahnsprecher. So kommt es auf den ICE-Linien 10 (Köln-Hamm-Hannover-Berlin) und auf der IC-Linie 55 (Köln-Hannover-Magdeburg-Leipzig) teilweise zu erheblichen Verspätungen. Im Internetportal der Bahn, wo Reisende aktuelle Informationen zu ihrem Start-Bahnhof abfragen können, wurden am frühen Abend Verspätungen von rund zwei Stunden bei ICE-Zügen aus NRW angeben. Bei etlichen Verbindungen in Ostwestfalen und ins nahe Niedersachsen wurden Zugausfälle angegeben. Beim ersten Zugunglück, bei dem in der Nacht zu Dienstag bei Neubeckum im Münsterland mehrere Waggons eines Güterzugs mit über 40 Wagen entgleist waren, sieht es mit einer vollständigen Freigabe des Streckenabschnitts dagegen schlechter aus. Vom Eisenbahnbundesamt hieß es, dass der Unfall bei Neubeckum möglicherweise durch einen technischen Defekt ausgelöst wurde. Die Schäden an beiden Unglücksorten dürften in die Millionen gehen. Bei Neubeckum sind auf zwei Kilometer Länge Schienen, Oberleitungen, Hauptsignale und Weichen schwer beschädigt. In Vennebeck ist es nach Bahnauskunft "nur" ein Kilometer, aber auch hier stehen komplizierte Reparaturen an, die sich Tage hinziehen dürften. "Donnerstag früh wissen wir für Neubeckum mehr, und mittags für Vennebeck", versprach ein Bahn-Sprecher am Mittwochabend. Mehr lesen Sie Donnerstag in der Neuen Westfälischen.

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