Der Bau der Kampfdörfer auf dem Truppenübungsplatz Senne steht zur Disposition.
Der Bau der Kampfdörfer auf dem Truppenübungsplatz Senne steht zur Disposition.

AUGUSTDORF Kampfdörfer vorerst auf Eis

Erweiterung Truppenübungsplatz Senne: Noch keine Entscheidung über Finanzierung

Bielefeld. Den Briten geht es nicht besser als den Deutschen: Sie müssen sparen, und zwar massiv. In den nächsten beiden Finanzjahren wird die Neuverschuldung laut Guardian jeweils ein Volumen von 175 Milliarden Pfund (fast 200 Milliarden Euro) erreichen - kein Wunder also, dass in dem Königreich alle Ausgaben auf dem Prüfstand stehen. Auch die in Senne geplanten Kampfdörfer sollen nach Informationen der Neuen Westfälischen von den Sparmaßnahmen betroffen sein. Bestätigen wollte Helga Heine, Sprecherin der britischen Streitkräfte in Deutschland, den Stopp zwar nicht. Auf Anfrage teilte sie jedoch mit, dass "eine Entscheidung über die Finanzierung noch nicht gefallen" sei. Zudem liefe noch das Kenntnisgabeverfahren für die Übungsdörfer von Seiten der zuständigen deutschen Behörden. "Wir hoffen, das Ergebnis Mitte November zu erhalten", sagte Heine. Baubeginn sollte eigentlich im September sein, er war bereits einmal auf Anfang November verschoben worden. Laut Heine müssen die Streitkräfte jährlich 54 Millionen Pfund einsparen. Mittelkürzungen hatten Ende April zu einer verkleinerten Lösung des 20-Millionen-Euro-Projektes geführt: Geplant war zum Schluss nur noch eine abgespeckte Version der umstrittenen Erweiterung des Truppenübungsplatzes mit drei statt sieben Übungsdörfern und einem statt zwei Schießständen. Eine im Falle einer Finanzierungszusage angekündigte Informationsveranstaltung hat ebenfalls noch nicht stattgefunden. Auch Heinz Köhler, Kreisdirektor Paderborn, kann nicht sagen, ob die Kampfdörfer von den Sparmaßnahmen der britischen Regierung betroffen sind. Man prüfe deshalb nach wie vor die Notwendigkeit sowie die umweltgerechte Einbettung der Übungsdörfer.

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